Aktualisiert 28.10.2015 07:40

Smart-HelmKluge Köpfe sorgen vor

Zwei Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz tüfteln an einem speziellen Helm, der Rettungskräfte alarmieren soll.

von
Gabriel Aeschbacher
Lorenz Moser (links) und Loris De Fina tüfteln am Smart-Helm, der dafür sorgen soll, dass schwere Kopfverletzungen schnell behandelt werden können.

Lorenz Moser (links) und Loris De Fina tüfteln am Smart-Helm, der dafür sorgen soll, dass schwere Kopfverletzungen schnell behandelt werden können.

Die Zahlen sind eindrücklich: Obschon immer mehr Schweizerinnen und Schweizer einen Helm tragen, verletzen sich rund 800 Velofahrer schwer und etwa 30 gar tödlich. Dazu kommen die Unfälle beim Skifahren, Biken oder Motorradfahren.

Grund genug also, um einen Helm zu entwickeln, der die Rettungskräfte auf schnellstem Weg alarmiert. Mit Loris De Fina und Lorenz Moser haben sich zwei Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) an diese anspruchsvolle Aufgabe gewagt, wobei sie sich daran machen, das Prinzip des Smart-Helms – ursprünglich von FHNW-Forscher Taoufik Nouri entwickelt und patentiert – praxistauglich zu machen.

Elektro- und Informationstechnik-Student Lorenz Moser erklärt: «Das System übermittelt mittels integriertem GPS- sowie GSM-Modul zum Beispiel, in welcher Kopfregion der Aufprall stattgefunden hat und wie stark dieser ausgefallen ist». Die Schläge werden dank Druckschläuchen lokalisiert, sodass die Aufschlagskraft ermittelt werden kann. Aus den Daten des Ortes und der Kraft lässt sich berechnen, ob es zu einer Verletzung gekommen ist. Sämtliche gesammelten Informationen gehen dann via Mobilnetz direkt an die Rettungskräfte. Das funktioniert auch dann, wenn der Verletzte bewusstlos sein sollte. Somit können die Retter möglichst effizient und schnell an den Unfallort beordert werden, um die lebenswichtige Erstversorgung vorzunehmen.

Loris De Fina und Lorenz Moser haben bisher einen Prototypen entwickelt. Nun gilt es, diesen so zu verbessern, dass er eines Tages auch tatsächlich einsetzbar ist. Aufgrund seiner Grösse ist der Smart-Helm im Moment noch nicht praxistauglich. «Die Herausforderung besteht darin, die ganze Elektronik und Sensorik zu verkleinern und in einen Helm zu integrieren», sagt Loris De Fina dazu. Damit die kommerzielle Umsetzung dereinst gelingen wird, braucht es weitere Schritte: Prioritär hierbei sind das Know-how einer medizinischen Fachperson sowie die Kooperation mit einem professionellen Helmhersteller.

www.fhnw.ch

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