Aktualisiert 07.01.2008 13:35

Knaben sind dicker als Mädchen

In der Schweiz sind Kinder zunehmend übergewichtig. Dabei leiden besonders die Jungs unter zu hohem Körpergewicht. Jetzt handelt die Gesundheitsförderung Schweiz.

Gesundheitsförderung Schweiz sagt den überzähligen Kilos bei den Kleinsten den Kampf an. Die Organisation hat am Montag in Bern die zweite Phase ihrer Kampagne «Gesundes Körpergewicht» lanciert. Im Zentrum stehen schwangere Frauen sowie Kinder bis zum sechsten Lebensjahr.

Weil in der Schweiz bereits jedes fünfte Kind übergewichtig sei und die Problematik bereits bei den Kleinsten beginne, sei frühzeitiges Handeln angesagt, hiess es an einer Pressekonferenz von Gesundheitsförderung Schweiz. Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern könnten und sollten schon sehr früh zu einem gesunden Körpergewicht der Kleinsten beitragen. Im Zentrum der Kampagne stehen deshalb schwangere Frauen sowie Eltern von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr.

Schon Kindergärtler zu dick

Gewichtsdaten von Schulkindern aus den Städten Basel, Bern und Zürich aus dem Schuljahr 2005/06 haben laut Gesundheitsförderung Schweiz alarmierende Daten zu Tage gefördert. Jedes fünfte Kind in der Schweiz sei übergewichtig, jedes 20. adipös, das heisst fettleibig. Im Kanton Basel-Stadt sei sogar schon jedes vierte Kind von Übergewicht betroffen. Alarmierend sei auch, dass sich zwischen den Schulstufen beim Übergewicht erhebliche Differenzen zeigten. So seien im Kindergarten 16 Prozent der Kinder von Übergewicht betroffen, auf der Unter- und Mittelstufe schon 22 Prozent und auf der Oberstufe 23 Prozent.

Jungs dicker als Mädchen

Festgestellt worden sei auch, dass Knaben etwas häufiger an Übergewicht litten als Mädchen und dass zwischen dem familiären, kulturellen und bildungsmässigen Hintergrund und der Übergewichtsproblematik ein klarer Zusammenhang bestehe. Als Novum hat Gesundheitsförderung Schweiz im Internet auch einen Rechner zur Ermittlung des Bodymass-Indexes (BMI) speziell für Kinder im Internet aufgeschaltet.

Laut einer Erhebung durch die Universität Lugano sind die Menschen in der Schweiz relativ gut darüber informiert, was einem gesunden Körpergewicht zuträglich wäre. Problematisch dabei sei, dass sich Übergewichtige oft nicht betroffen fühlten. Nur gerade jeder Dritte sehe bei sich selber Handlungsbedarf. Dabei hapere es bei Männern öfters mit der richtigen Selbsteinschätzung als bei Frauen. Mehr als drei von vier Befragten hätten ihre Ernährungsgewohnheiten als gesund eingestuft. 63 Prozent glaubten gemäss der Erhebung zudem, sich genügend zu bewegen. Anderseits finde mehr als die Hälfte der Befragten, die Mehrheit ernähre sich ungesund und bewege sich zu wenig. Das Problem werde also erkannt, aber eher den anderen zugeordnet als sich selbst.

Kampagne lanciert

Gesundheitsförderung Schweiz hat vor einem Jahr unter dem Motto «Die Schweiz wird immer dicker» die Bevölkerungskampagne «Gesundes Körpergewicht» lanciert. Grundsätzlich hat die insgesamt vier Jahre laufende Kampagne immer Kinder und Jugendliche im Visier, die noch nicht oder noch nicht stark übergewichtig sind. Von Jahr zu Jahr werden jedoch Schwerpunkte bei einer bestimmten Altersgruppe gesetzt. Tragende Elemente der Kampagne sind kantonale Aktionsprogramme. Derzeit setzen sechs Kantone mit Unterstützung von Gesundheitsförderung Schweiz Aktionsprogramme um. In zehn weiteren Kantonen laufe derzeit die Planung von Massnahmen. Zusätzlich stehe Gesundheitsförderung Schweiz mit fünf weiteren Kantonen in Verhandlungen. (dapd)

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