Aktualisiert 10.08.2017 14:25

Deutscher Fussball-ExperteKnall bei der ARD – Scholl geht

Mehmet Scholl ist nicht mehr Experte der ARD. Der ehemalige Internationale und der Sender beenden die Zusammenarbeit.

von
fal
Quirliger Fussball-Kenner: Mehmet Scholl (r.) war neun Jahre lang Experte bei der ARD. (5. Juli 2017)

Quirliger Fussball-Kenner: Mehmet Scholl (r.) war neun Jahre lang Experte bei der ARD. (5. Juli 2017)

Keystone/Andreas Gebert

Wie die «Sportschau» meldet, haben sich die ARD und Mehmet Scholl auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Der ehemalige Fussball-Nationalspieler war immerhin neun Jahre lang Fussball-Experte im Ersten Deutschen Fernsehen. Warum die Zusammenarbeit aufgelöst wurde, wird nicht erklärt. Aber zuletzt hatte es zwischen dem Sender und dem 46-Jährigen Ärger gegeben.

Zum Disput war es im Rahmen des Confed-Cups in Russland gekommen. Vor den Halbfinalpartien Deutschland gegen Mexiko sowie Chile gegen Portugal wurde ein Bericht über Doping in der russischen Fussball-Nationalmannschaft bei der WM 2014 gezeigt. Im Bayerischen Rundfunk hatte Scholl – so das deutsche Medium n-TV – erklärt, er habe damals gesagt: «Ich möchte, dass diese Story für diesen schönen Tag draussen bleibt. Da haben die gesagt, die bleibt nicht draussen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen. Da habe ich gesagt: Ich gehe. Und dann bin ich gegangen.» Stattdessen war Thomas Hitzlsperger an der Seite des Moderators Matthias Opdenhövel eingesprungen.

Scholl hatte an zwei Sendungen nicht teilgenommen, weil er sich zum Thema «Doping in Russland» nicht hatte äussern wollen. Dieses Verhalten war von den deutschen Medien scharf kritisiert worden. Die «Süddeutsche Zeitung» bezeichnete ihn als «mittelgebildeten und maximal bezahlten Querdenkerdarsteller».

Gegenseitiges Lob

Immerhin wird von den Parteien nach der Trennung nicht nur Geschirr zerschlagen. «Ich bedanke mich für tolle und ereignisreiche Jahre als Experte bei der ARD, es hat mir immer sehr viel Spass gemacht», wird Scholl in einer Mitteilung der ARD zitiert. Für den TV-Sender sagt Sportkoordinator Axel Balkausky: «Wir bedanken uns bei Mehmet Scholl für die grossartige Zeit mit einem meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten, der unsere Sendungen extrem bereichert hat. Er hat den Zuschauern einen tiefen Einblick in den Fussball ermöglicht und sie bestens unterhalten.»

Die Frage ist nun, wer Nachfolger des sprachlich oft quirligen Experten wird. (fal/sda)

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