Aktualisiert 04.06.2015 12:51

Neue Froscharten entdeckt

Knallbunt und sehr klein

Die Neugier und Ausdauer von brasilianischen Forschern wurde mehr als belohnt: Im Regenwald entdeckten sie gleich sieben neue Froscharten.

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Nur wer genau hinschaut, kann die quakenden Winzlinge entdecken.

Nur wer genau hinschaut, kann die quakenden Winzlinge entdecken.

Luiz Fernando Ribeiro, CC BY SA
Doch zu nah sollte man sich nicht an sie heranwagen. Denn ihre Haut enthält das Nervengift Tetrodotoxin.

Doch zu nah sollte man sich nicht an sie heranwagen. Denn ihre Haut enthält das Nervengift Tetrodotoxin.

Luiz Fernando Ribeiro, CC BY SA
Der lähmende Stoff kommt auch bei Kugel- und Igelfischen vor.

Der lähmende Stoff kommt auch bei Kugel- und Igelfischen vor.

Luiz Fernando Ribeiro, CC BY SA

Wer diese Frösche finden will, der muss schon ganz genau hinsehen. Denn die Hüpfer sind zwar bunt, aber auch extrem winzig. Forscher haben nun im brasilianischen Regenwald gleich sieben neue Arten entdeckt.

Sie alle zählen zur Gattung Brachycephalus. Deren Vertreter sind meist knallbunt und sehr klein: Ausgewachsen messen manche Arten gerade mal rund einen Zentimeter. Damit gehören sie zu den kleinsten Wirbeltieren der Erde. Brachycephalus-Frösche haben noch eine weitere Besonderheit: Ihre Haut enthält das Nervengift Tetrodotoxin.

Sieben von vielen

Die Forscher um Marcio Roberto Pie von der Universidade Federal do Paraná in Curitiba entdeckten die neuen Arten im Atlantischen Regenwald im Süden des Landes, wie sie im Fachjournal «PeerJ» schreiben. Die Arten sind endemisch, also ausschließlich in einer speziellen Region zu finden, oft sogar nur auf einem einzigen Berghügel. Die Forscher vermuten, dass es noch mehr unbekannte Arten gibt.

Erstmals wurde die Gattung Brachycephalus 1842 von dem deutschen Naturwissenschaftler Johann Baptist von Spix erwähnt. Mehr als die Hälfte der über 20 anerkannten Arten wurden allerdings erst in den vergangenen 15 Jahren beschrieben. Den jüngsten Funden gingen fünf Jahre Feldarbeit voraus.

Gerade entdeckt, schon gefährdet

Obwohl der Weg zu einigen Gebieten beschwerlich gewesen sei, habe es immer ein Gefühl der Vorfreude und der Neugier gegeben, wie die neue Spezies wohl aussehe, sagte Pie. Die Forscher rechnen damit, dass sie weitere Arten entdecken. Aber sie blicken auch mit Sorge auf die kleinen Hüpfer und ihr Zuhause.

Denn die Nebelwälder reagieren hochsensibel auf klimatische Veränderungen, und die Frösche sind deshalb sehr gefährdet. «Die langfristige Bewahrung dieser Spezies könnte nicht nur den Schutz ihres Lebensraumes umfassen, sondern vielleicht auch direktere Anstrengungen, etwa die Züchtung in Gefangenschaft.» (fee/sda)

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