Aktualisiert 01.01.2010 15:40

Nez RougeKnapp 24 000 «Rote Nasen» unterwegs

Die Freiwilligen von Nez Rouge haben seit Anfang Dezember bis am Neujahrsmorgen exakt 23 812 Personen nach Hause chauffiert. Die letzte Nacht von 2009 war die arbeitsintensivste: 2721 Fahrten entfielen auf die Neujahrsnacht.

94 388 Kilometer legten die Fahrerinnen und Fahrer allein in dieser Nacht zurück, das Doppelte des Erdumfangs. 7148 Personen brachten sie nach Hause. Insgesamt führten 7442 Freiwillige 11 025 Transporte durch - 3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Nez Rouge am Freitag bilanzierte.

In der Deutschschweiz war Nez Rouge im Aargau am gefragtesten: 1718 Fahrten entfielen auf diesen Kanton. In der Westschweiz führt Genf die Rangliste an. Nez Rouge wurde vor 20 Jahren im Kanton Jura lanciert. Seither haben sich 81 061 Freiwillige an der Aktion beteiligt und 199 333 Personen chauffiert.

Unter dem Motto «Wer fährt, trinkt nicht, wer trinkt, fährt nicht» ist das Präventionskonzept von Nez Rouge 1984 im kanadischen Québec entstanden und 1990 im Jura eingeführt worden. Mittlerweile existieren in der Schweiz 24 «Nez Rouge»-Sektionen. Diese sind einer Stiftung angeschlossen.

Sponsor gesucht

Die Zukunft der Aktion ist jedoch ungewiss. Für die kommende 21. Ausgabe sucht die Stiftung einen oder mehrere Hauptpartner, die den Fortbestand der Präventionskampagne sichern können. Wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärte, habe Assista TCS die Zusammenarbeit beendet. Sollte kein neuer Partner gefunden werden, sei die Aktion in Gefahr. Auf Grund der aktuellen Wirtschaftslage sei die Suche aber schwierig. «Wir machen uns ernsthafte Sorgen», erklärte Christine Theiler, Verantwortliche des Sekretariats der Stiftung.

Das System von Nez Rouge ist einfach: Wer müde ist, Drogen oder Alkohol konsumiert hat oder Medikamente einnimmt, kann seinen Autoschlüssel einem Freiwilligen anvertrauen. Dieser fährt die Person im eigenen Auto nach Hause. Der Dienst ist gratis, die Fahrer können auf freiwilliger Basis entlöhnt werden. (sda/dapd)

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