Knapper Wasservorrat im Boden stresst Wälder
Aktualisiert

Knapper Wasservorrat im Boden stresst Wälder

Die Luzerner Förster sorgen sich um den Wald: Die Wasserreserven sind gegenwärtig schon nach wenigen Hitzetagen aufgebraucht, was den Wald schwächt.

Besonders Fichten werden anfälliger auf Krankheiten und Schädlinge.

Nach den Hitzetagen von Ende Mai und Anfang Juni stellten die Förster erneut grössere Waldschäden fest, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der knappe Wasservorrat im Boden reiche nicht lange aus, um die Bäume ausreichend zu versorgen. Sie geraten schnell in einen Trockenstress.

Wasserdefizit seit 2003

Zwar liegt der Borkenkäfer-Befall unter dem Niveau des Vorjahres. Doch für die Förster deute die rasche Zunahme befallener Bäume nach heissen Tagen auf einen weiterhin geschwächten Zustand der Wälder hin. Die geringen Niederschläge hätten das Wasserdefizit seit dem Hitzesommer 2003 nicht ausgeglichen.

Die trockenen Bedingungen setzen laut der Mitteilung vor allem Bäumen zu, die vorwiegend flach wurzeln und nicht in tiefere Bodenzonen vordringen. Besonders betroffen sei die Fichte. Die geschwächten Bäume werden im jungen Alter vom so genannten Kupferstecher befallen, einer kleinen Borkenkäferart.

Neuerdings werde auch eine starke Vermehrung der Fichtenquirlschildlaus beobachtet. Die Kronen betroffener Bäume verfärben sich von oben her, verlieren die Nadeln und werden anschliessend vom Borkenkäfer zum Absterben gebracht. Als Auslöser vermuten die Förster auch hier einen Wassermangel.

Zwar liessen sich die klimatischen Bedingungen nicht ändern, heisst es in der Mitteilung. Doch mit standortgerechten Baumarten und waldbaulichen Massnahmen liessen sich gewisse Schäden vorbeugend eindämmen. Wer Jungwald naturnah und standortgerecht pflegt, könne mit Beiträgen von Bund und Kanton rechnen.

(sda)

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