Skandal in Maryland: Knasti schwängerte vier Aufseherinnen
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Skandal in MarylandKnasti schwängerte vier Aufseherinnen

Im Gefängnis von Maryland hat das FBI ein riesiges Korruptions- und Schmuggelnetzwerk aufgedeckt: Eine Gang hatte die Macht übernommen und ihr Leader vier Frauen geschwängert.

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Gefährlicher Insasse: Tavon White hat die Kontrolle über die Haftanstalt, in der er sitzt, übernommen. (Screenshot: The Baltimore Sun / Police Departement)

Gefährlicher Insasse: Tavon White hat die Kontrolle über die Haftanstalt, in der er sitzt, übernommen. (Screenshot: The Baltimore Sun / Police Departement)

Die Zustände im Gefängnis von Maryland sind seit langem untragbar. Nun hat die US-Bundespolizei FBI interveniert und Strafanzeige gegen 15 Menschen eingereicht, davon 13 weibliche Knastaufseher. Sie alle werden verdächtigt in Kooperation mit einer Gang Geldwäscherei und Drogenschmuggel betrieben zu haben. Die Einzelheiten des Falls sind erschreckend: Offenbar hatte Insasse Tavon White die Kontrolle über das tägliche Geschehen im Baltimore City Detention Center übernommen.

White, unter seinen Gangkollegen auch «Bulldog» genannt, sitzt wegen mutmasslichen Mordes in Haft und wartet auf sein Urteil. Dennoch schaffte es der Gangster, ein ausgeklügeltes Schmuggelnetzwerk innert kürzester Zeit aufzubauen. White hatte Zugang zu Handys, mit denen er regelmässig Drogengeschäfte ausserhalb des Gefängnisses organisierte und sogar Mordaufträge erteilte.

Tavon White war der echte Chef

Als die Ermittler des FBI die Knastwächter unter die Lupe nahmen, fanden sie Erstaunliches heraus: Vier Aufseherinnen erwarteten ein Kind von Tavon White. Zwei Frauen hatten sich seinen Namen tätowiert, die eine am Handgelenk, die andere am Nacken. Ausserdem habe eine Mitarbeiterin zugegeben, Wache gehalten zu haben, während White mit einer Aufseherin Sex hatte, erzählte Spezialagent Stephen Vogt gegenüber «ABC News».

Mit Heli aus kanadischem Knast geflohen

Doch es gibt noch mehr: Die «Black Guerilla Family» - so der Name der Gang, die White leitet – verwaltete sämtliche Schmuggelware, die in die Haftanstalt eingeschmuggelt wurde. Das FBI fand unter anderem Kreditkarten, die White und andere inhaftierte Gangmitglieder benutzten, um diverse Luxusartikel zu kaufen – inklusive Autos, mit denen sie die korrupten Wächter bezahlten. Die Mitarbeiter versteckten die Schmuggelartikel in ihrer Unterwäsche und benutzten besondere Eingänge zur Haftanstalt, an denen die Inspektionen nicht so streng waren.

Dass White den Laden unter seine Fuchtel genommen hatte, beweist auch ein abgehörtes Telefongespräch aus seiner Zelle: «Das ist mein Knast», sagte der Insasse, «und ich habe hier das letzte Wort.»

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