Knatsch um Leuchtröhren – jetzt auch in Luzern
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Knatsch um Leuchtröhren – jetzt auch in Luzern

Ausgerechnet mitten in der romantischen Altstadt Luzerns werden derzeit neue Lampensäulen getestet. Den Anwohner will das nicht gefallen. Es droht ein neuer Leuchtröhren-Streit.

Der Reussweg ist wohl einer der schönsten Flecken in der Luzerner Altstadt. Gemütlich lässt es sich hier entlang der Reuss flanieren, der Blick entweder auf den stattlichen Wasserturm und die Hofkirche gerichtet, oder auf die Spreuerbrücke. Bislang wurde dieser Weg nachts von klassischen Laternen beleuchtet. Seit Montag stehen dort so genannte Stelen oder «Jubiläumsleuchten». Und die kommen bei den Anwohnern gar nicht gut an.

«Plan Lumières» leuchtet Luzernern nicht ein

«Diese Stelen passen nicht in den historischen Teil der Stadt», findet Rudolf Sigrist, Besitzer des Cafés Höfli am Reussweg 11, heute gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung». Er könnte sich diese Röhren in der Neustadt vorstellen, «aber sicher nicht an der Reuss.» Ähnlich sieht es der Präsident des Quartiervereins Kleinstadt: «Dass die alten Laternen irgendwann ersetzt werden müssen ist klar. Aber die Lösung, welche die Stadt zurzeit präsentiert, ist noch nicht das Ei des Kolumbus.»

Die Lichtsäulen sind Teil eines «Plan Lumières», der derzeit in der Stadt Luzern erarbeitet wird. «Unter anderem muss die Beleuchtung energiesparender werden, die Lichtverschmutzung soll reduziert und die Unterhaltsarbeiten an den Leuchten auf ein Minimum gesenkt werden», erklärt der verantwortliche Projektleiter Fridolin Schwitter, Beauftragter für Wirtschaftsfragen Stadt Luzern, auf Anfrage von 20minuten.ch.

Ade alte Laternen

«Mit den bisherigen Laternen lassen sich diese Ziele nicht erreichen. Sie leuchten rundum ab und verbrauchen zu viel Energie», betont er weiter, daher müssen sie ersetzt werden. Dass die neuen Leuchten nicht jedermanns Sache sind, kann er verstehen. Trotzdem relativiert er die harsche Kritik der Anwohner: «Es sind vor allem die unmittelbaren Nachbarn, die wegen den neuen Leuchten aufgewühlt sind. In den letzten fünf Tagen wurde die Diskussion um die Stelen bereits sachlicher.»

Wer sich an der Beleuchtung stört, kann sich bei der Stadt melden. «Im Gespräch mit dem Hersteller werden wir dann klären, wie auf die Reaktionen aus der Bevölkerung eingegangen werden kann.» Die Stelen könnten dann beispielsweise schlanker gebaut werden oder dunkel bemalt. Von den alten Laternen müssen sich die Luzernerinnen und Luzerner aber wohl oder übel verabschieden.

Tina Fassbind, 20minuten.ch

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