Olympia 2022: Skicrosserin Fanny Smith erhält Bronze

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Peking 2022Knatsch um Olympiamedaille im Skicross beigelegt – Smith erhält Bronze

Nach einem CAS-Verfahren hat die FIS die Olympiarangliste des Skicross-Finals in Peking Anfang des Jahres angepasst. Sowohl die Schweizerin Fanny Smith als auch die Deutsche Daniela Maier kriegen den dritten Platz.

von
Florian Gnägi
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Der Skicross-Final der Frauen in Peking sorgte für grosse Diskussionen.

Der Skicross-Final der Frauen in Peking sorgte für grosse Diskussionen.

REUTERS
Fanny Smith bangte darum, ihre Bronze-Medaille zu behalten.

Fanny Smith bangte darum, ihre Bronze-Medaille zu behalten.

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Nun ist klar: Die Schweizerin erhält offiziell ihre Medaille.

Nun ist klar: Die Schweizerin erhält offiziell ihre Medaille.

Instagram/fannysmith

Darum gehts

  • Ein CAS-Verfahren erzielte eine Einigung im Streit um den Skicross-Final an Olympia.

  • Die Schweizerin Fanny Smith erhält nun offiziell die Bronze-Medaille.

  • Auch die Deutsche Daniela Maier kriegt Bronze.

Es war eine der Geschichten bei den Olympischen Spielen im letzten Winter in Peking: Skicrosserin Fanny Smith wurde nach ihrem Lauf von der FIS-Jury aufgrund eines regelwidrigen Einsatzes disqualifiziert und verlor so zunächst die bereits sicher geglaubte Olympiamedaille. Nach Einspruch von Smith und Swiss Ski annullierte die FIS Appeal Commission den Entscheid der Jury, worauf wiederum der Deutsche Skiverband (DSV) juristisch gegen den Entscheid vorging, um seine Athletin Daniela Maier zu unterstützen. Maier war die Leidtragende und hatte ihre Medaille wegen des FIS-Entscheids wieder verloren.

Im Gegensatz zur FIS korrigierte das Internationale Olympische Komitee (IOK) die Rangierung jedoch vorerst nicht. Deshalb landete der Fall vor dem internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne, der nun einen Entscheid fällte. Monate nach dem Rennen in Peking herrscht jetzt Klarheit in der Angelegenheit, die mit einem Happy End für alle Beteiligten endet.

Wie Swiss Olympic in einer Medienmitteilung schreibt, hat der Internationale Sportgerichtshof (CAS) «aufgrund der besonderen und belastenden Umstände sowie der Einmaligkeit des Falles» in einem gütlichen Verfahren unter Leitung des Einzelschiedsrichters Professor Ulrich Haas eine Einigung zwischen allen Parteien erzielt. Demzufolge habe die FIS die Rangliste des Olympiarennens angepasst und beide Athletinnen auf Platz 3 gesetzt.

Smith dachte an Karriere-Ende

Infolgedessen hat sich das IOK bereit erklärt, der entsprechenden FIS-Rangliste in diesem Fall zu folgen und die Medaillen entsprechend zu vergeben. Sämtliche beteiligte Akteure beteuern, dass mit dieser Einigung der Rechtsstreit endgültig ad acta gelegt sei. Die Athletinnen begrüssen speziell, dass «eine vom Geist des Sports getragene Lösung» gefunden wurde. Auch die FIS drückt ihre Anerkennung aus für die «bemerkenswerten und entschiedenen Bemühungen der Athletinnen um eine Lösung der Angelegenheit im Geiste des Fair Play».

Drei Wochen nach dem Rennen in Peking hatte Smith an einer Medienkonferenz Auskunft zu den turbulenten Ereignissen bei Olympia gegeben und dabei auch erwähnt, dass sie angesichts der Ungerechtigkeit sogar daran dachte, ihre Karriere zu beenden.

«Mir wurde damals diese Medaille geraubt, aber auch all die Emotionen, die damit verbunden sind. Während des Podiums, als alle feierten, befand ich mich in einem wachen Albtraum», schilderte die 30-Jährige damals. Auf die Frage, ob nicht beide, also Maier und Smith, eine Medaille erhalten sollten, erwiderte die Waadtländerin damals: «Es wäre unter den gegebenen Umständen eine gute Sache.» Nun ist der Wunsch von Smith über ein halbes Jahr später in Erfüllung gegangen.

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