Keine Direktverbindung: Knatsch um Regio-Anschluss nach Mailand

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Keine DirektverbindungKnatsch um Regio-Anschluss nach Mailand

Längere Reisezeit, zu wenig Sitzplätze, weniger Komfort: Eine neue Zugverbindung nach Italien sorgt für rote Köpfe.

von
cho
In den Zügen der Regiobahn Tilo soll es zu eng sein.

In den Zügen der Regiobahn Tilo soll es zu eng sein.

Drei Stunden brauchen Reisende mit dem Zug von Bern nach Mailand. Die SBB ist stolz auf ihre hervorragenden Verbindungen nach Bella Italia. Doch der Lack hat einen Kratzer bekommen. Seit Mitte Juni dauert die Zugfahrt von der Deutschschweiz nach Mailand rund 30 Minuten länger als zuvor. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, hat die SBB das Angebot auf der Strecke Zürich - Mailand zurückgefahren. Darum müssten Passagiere nun in Lugano auf einen Regionalzug umsteigen. Grund dafür sei die Tatsache, dass die SBB zu wenig Eurocity-Züge hätte. Betroffen sei die Verbindung mit Abfahrt um 11.32 Uhr ab Zürich. Aber auch wer um 16.25 Uhr von der norditalienischen Metropole zurück in die Schweiz fährt, müsse auf den Regionalzug steigen.

Gemäss der Zeitung würden die Kunden-Reklamationen jetzt zur Ferienzeit zunehmen. Denn neben der längeren Reisezeit hätte die Verbindung für Passagiere zusätzliche Nachteile. In den Kompositionen der Regionalbahnen Tilo sei es zu eng: Zu wenig Sitzplätze, zu wenig Ablageflächen für das Gepäck.

SBB weist Kritik zurück

Chrisitan Ginsig, Mediensprecher der SBB, lässt die Kritik der Zeitung nicht gelten. Auf Twitter schreibt er, dass es sich beim besagten Anschluss um eine neue Verbindung handle. Bisher wären sechs Züge von der Schweiz nach Bella Italia gefahren, neu seien es sieben und nur bei dieser Verbindung müssten die Reisenden auf den Regiozug umsteigen.

Was versehentlich vergessen wurde? Bisher 6 Verbindungen. Neu 7 und genau bei dieser muss man noch umsteigen. #sbbpic.twitter.com/qRzc8BGzrA- Christian Ginsig (@ginsig) 6. Juli 2014

SBB-Sprecherin Lea Meyer spricht gegenüber der Sonntagszeitung von einer Fahrplanstabilisierung, denn Reisende könnten so ihre Anschlüsse besser erreichen. Gleichzeitig verspricht die SBB, dass die Strecke spätestens ab 2015 durchgängig mit Eurocity-Zügen befahren werden soll.

Politikern nicht genug

Dennoch kommt die Fernverkehrspolitik der SBB im Parlament derzeit nicht gut an, zumindest bei Nationalrätin Regula Rytz. Für die Präsidentin der Grünen ist gerade der Anschluss nach Mailand besonders wichtig. Schliesslich würden da für viele die Sommerferien beginnen. Rytz will mit einem Vorstoss in der nationalrätlichen Verkehrskommission generell für bessere Zugverbindungen zwischen den europäischen Grosstädten sorgen. So sollen bestehende Anschlüsse ausgebaut und neue Verbindungen geknüpft werden.

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