Bernmobil: Knigge-Kontrolleure sorgen für Ordnung im ÖV
Aktualisiert

BernmobilKnigge-Kontrolleure sorgen für Ordnung im ÖV

Ab sofort sorgen speziell ausgebildete Kontrolleure für Recht und Ordnung in den Fahrzeugen von Bernmobil. Auch gibt es nun eine Bewilligungspflicht für Musiker.

von
Annina Häusli
KDplus-Mitarbeiter Martin Lesaj kontrolliert Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Ab sofort wird der KDPlus für Recht und Ordnung in den Bussen und Trams von Bernmboil sorgen.

KDplus-Mitarbeiter Martin Lesaj kontrolliert Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Ab sofort wird der KDPlus für Recht und Ordnung in den Bussen und Trams von Bernmboil sorgen.

20 Minuten/aha

Lautes Telefonieren oder Musikhören, Littering und Alkoholkonsum vor dem Ausgang – mit solchen Problemen hat das Unternehmen immer mehr zu kämpfen. Doch das Unternehmen legt Wert auf das gute Benehmen seiner Fahrgäste: Um die Lage zu beruhigen, werden ab sofort speziell ausgebildete Mitarbeiter im Einsatz stehen. «Ziel ist es, diese Konflikte im Dialog mit den Fahrgästen und gewaltfrei zu lösen», so Bernmobil-Direktor René Schmid. 21 Knigge-Kontrolleure haben dafür eine 13-tägige Spezialausbildung durchlaufen. Pro Jahr lässt sich Bernmobil den sogenannte Kontrolldienst plus (KDplus) eine halbe Million Franken kosten.

Um die Fahrgäste zu informieren, wurde der Bernmobil-eigene Knigge «Zäme geits» erweitert und gilt neu als Fahrzeugordnung.

Uneinsichtige aus Fahrzeugen verweisen

Doch die neuen Mitarbeiter sollen mehr sein als blosse «Knigge-Kontrolleure»: Im Gegensatz zum bisherigen Kontrolldienst verfügen die KDplus-Mitarbeiter über mehr rechtliche Kompetenzen. Sie dürfen beispielsweise Personen aus den Fahrzeugen verweisen, wenn diese sich nicht an die Bernmobil-Knigge halten, erläutert Sicherheits-Chef Reto Würgler. Mit einer Anzeige wegen zu lautem Telefonieren oder Musikhören müssen die Fahrgäste aber trotzdem nicht rechnen: «Dafür fehlt die rechtliche Grundlage», so Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer.

«Die Hauptaufgabe des Kontrolldienst plus liegt weiterhin bei der Fahrausweiskontrolle», so René Schmid. Vor allem auf den hochfrequentierten Linien, am Abend und an den Wochenenden sollen die spezialisierten Kontrolleure zum Einsatz kommen und neben den anderen Kontrolleuren für Sicherheit und Ordnung sorgen. Sollte eine Situation trotzdem eskalieren, werde wie bis anhin die Polizei gerufen.

Von einer schlechten Sicherheitslage will man bei Bernmobil aber nichts wissen. Diese sei seit Jahren konstant gut, so Schmid. Dies könne sich aber rasch ändern, und dann brauche es die auf Deeskalation spezialisierten Einsatzkräfte. Auch benötige man ein Instrument, um den Regelverstössen Einhalt zu gebieten. Bernmobil nimmt damit eine Pionierrolle ein: «Der Ansatz ist wohl einzigartig in der Schweiz», sagt Meyer.

Ab sofort Bewilligungspflicht für Musiker

Zeitgleich mit der Einführung vom KDplus tritt auch die bereits angekündigte Bewilligungspflicht für das Musizieren in Trams und Bussen in Kraft. Die Ankündigung sorgte in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen. Der KDplus dient unter anderem dazu, die Musikanten darauf aufmerksam zu machen und die Bewilligung zu kontrollieren. Kann der Musiker keine Bewilligung vorweisen, so kann der neue Kontrolldienst ihn aus dem Fahrzeug verweisen. «Zu einer Anzeige kommt es aber nur im Wiederholungsfall», sagt Schmid.

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