Ferienjobs unter der Lupe: Knochenarbeit im Sport-Paradies
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Ferienjobs unter der LupeKnochenarbeit im Sport-Paradies

Als Fussballer ist Laurin im Ochsner Sport in seinem Element. Die Arbeit ist aber härter als der Schüler gedacht hätte. Ob er bis zum Abpfiff durchhält? Ein Job-Fitnesscheck vor Ort.

von
Johanna Krebs

Auch wenn Laurin bloss die Schüleraushilfe ist, bewegt er sich durch den Laden des Sportgeschäfts, als sei er hier zu Hause. Für zwei Wochen arbeitet der 16-Jährige in einem Ferienjob im Ochsner Sport im Letzipark Zürich. Laurin besucht das fünfte Gymnasium. Nach der Matur würde er gerne die Hotelfachschule machen, um später irgendwann Hotelmanager zu werden. Ferienjobs sieht er bis dahin als gute Möglichkeit, um einen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen und verschiedene Betriebe kennenzulernen. Am Anfang seiner Sommerferien jobbte er auch für zwei Wochen als Hilfskellner in einer Pizzeria, wo er einen komplett anderen Arbeitsalltag hatte als jetzt im Ochsner.

Nicht zuletzt jobbt Laurin in seinen Ferien natürlich auch, um Geld zu verdienen: «Ich möchte nächstes Jahr die Autoprüfung machen, dafür kann ich das Geld gut gebrauchen. Ausserdem will ich noch viel von der Welt sehen, und Reisen ist nun mal nicht billig.»

«Lernen, wie man arbeitet»

Laurin ist jeden Tag von 9 Uhr morgens bis um 13 Uhr im Einsatz. Man könnte meinen, er hätte nichts zu tun, da um diese Zeit noch nicht viele Kunden im Laden sind. Doch dem ist keinesfalls so, wie er mich bald aufklärt: «Ich musste erst mal lernen, wie man richtig arbeitet. Anfangs dachte ich, ich könne es locker angehen, ein bisschen hängen.» Doch dem Gymnasiasten wird bald klar, wie viel Aufwand dahinter steckt, dass der Laden aussieht, wie er aussieht. «Jeder Schuh muss gerade dastehen, jedes T-Shirt faltenlos am Bügel hängen.» Und gerade dafür seien die Ferienaushilfen auch unentbehrlich, meint der stellvertretende Filialleiter, Jan Pedersen. Die wichtigen Details, die sonst oft zu kurz kämen, das seien die Dinge, die ohne Aushilfen nie erledigt würden. Fast in jeden Schulferien stellt die Filiale deswegen einen Schüler ein, der sein Sackgeld aufbessern möchte.

Ungewohnte Routine

Der Tag beginnt jeden morgen gleich: Um 9 Uhr geht Laurin zur Poststelle, zahlt Geld aus der Ladenkasse ein und holt die Post ab. «Dort kennen sie mich schon, ich bin ja beinahe Stammgast», lacht er. Zurück im Laden hilft er dort, wo gerade etwas ansteht: Er sichert Schuhe gegen Diebstahl ab, sortiert Waren aus dem Lager aus oder räumt neu Angekommenes in die Gestelle ein. Mit seinen Mitarbeitern versteht er sich super, und sowieso gefalle ihm der Job, sagt er, weil er selbst sportbegeistert sei. Er spielt Fussball im Club. «Das ist allerdings auch der einzige Bereich, wo ich die Kunden beraten kann», erzählt Laurin. «Es entstehen jeweils die peinlichsten Situationen, wenn ich für einen Verkäufer gehalten werde und erst einen fachkundigen Kollegen rufen muss.»

Mit den vielen neuen Erfahrungen seiner ersten Ferienjobs ist Laurin auf dem Weg zum Hotelmanager wohl um einige Schritte weitergekommen. Doch obwohl ihm das Arbeiten einigermassen Spass macht, freut sich Laurin auf die Woche Ferien, die ihm anschliessend noch bleibt. Für deren Finanzierung ist jetzt ja gesorgt.

Johanna Krebs (16) arbeitet im Rahmen eines Ferienjobs zwei Wochen auf der Redaktion von 20 Minuten Online und berichtet darüber, wie andere Jugendliche ihre Ferien verbringen.

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