Angespielt: Knüppelhart und blutig - «Metal Gear Rising» kommt
Aktualisiert

AngespieltKnüppelhart und blutig - «Metal Gear Rising» kommt

Kampfkunst oder sinnloses Gemetzel? Wir hatten die Gelegenheit, das neue «Metal Gear Rising: Revengeance» ausgiebig zu testen. Fazit: Brutal, aber schön.

von
Olivier Marti
Frankfurt

Während unserer achtstündigen «Metal Gear»-Session in Frankfurt ist uns eines direkt aufgefallen: Das Spiel ist unheimlich brutal. Das muss man mögen und setzt mündige Spieler voraus. Die Gewalt-Orgien sind aber durchaus stylisch umgesetzt und tragen in ihrer Überzeichnung zum Gesamten bei. Als Analogie könnte man den Film «300» heranziehen, bei dem die Kampf-Szenen quasi zur Kunstform erhoben wurden.

In der Tat ist es bei dem Spiel nicht nur möglich, die gegnerischen Cyborgs in diverse Einzelteile zu zerlegen, es ist sogar notwendig, da beispielsweise die abgetrennte linke Hand wichtige Informationen liefert. Dieses Feature nennt sich dann «zan-datsu», was übersetzt soviel wie «cut and take», respektive abschneiden und einsammeln bedeutet.

Eine angeschlagene Energieleiste lässt sich wieder auffüllen, indem wir den Gegner geschmeidig in zwei Teile zerlegen und sein Rückgrat herausreissen. Schon fühlen wir uns wieder frisch. Was die Jungendschützer zu solch einer Mechanik sagen werden, bleibt abzuwarten.

Hinter der Fassade

Da sich das Spiel an eine erwachsene Zielgruppe richtet, darf man bei den Spielern auch einen differenzierten Umgang mit dem Inhalt voraussetzen und dieser ist durchaus unterhaltsam. Die Grafik ist wunderschön und das Spiel läuft trotzdem flüssig.

Das Game erinnert an einen Drogentrip. Vom ersten Moment, der uns mit einem kleine Tutorial erleichtert wird, bis zum finalen Ableben des letzten Widersachers gibt es Nonstop-Action auf des Spielers Hirnsynapsen.

Allerdings war das Spiel auch, zumindest in der uns vorliegenden Vorführversion, knüppelhart, weswegen wir einige Zwangspausen einlegen mussten. Zum Beispiel als wir uns die Zähne am ersten ernstzunehmenden Zwischengegner, einem «süssen» Roboterhündchen samt Kettensägen-Schwanz, ausgebissen haben. Aber nach Rund 20 Versuchen und eingehendem Studium seiner Fähigkeiten, war auch dieser Widersacher schliesslich besiegt und wir um ein hart erkämpftes Erfolgserlebnis reicher.

Kein Solid, aber trotzdem Metal Gear?

Am 21. Februar 2013 wird der neuste Ableger der «Metal-Gear» Reihe in Europa veröffentlicht. Ein Datum, dem viele Fans von Solid Snake, dem Helden der bisherigen veröffentlichten Spiele, mit Spannung entgegenfiebern. Doch wird eben jener Recke im neusten Teil nicht mit von der Partie sein. Statt dessen wird der Part des Hauptprotagonisten vom Cyborg-Ninja Raiden übernommen. Gänzlich unbekannt ist dieser nicht, hatte er doch schon in früheren Teilen einen Auftritt.

Das Spiel darf als Spin-Off der Reihe angesehen werden, im Hintergrund werkeln die Entwickler bereits an «Metal Gear Solid – Ground Zeroes», was sicherlich als echte Fortsetzung der Reihe betrachtet werden darf. Dennoch verleugnet auch «Metal Gear Rising» seine Wurzeln nicht. Obwohl der Teil im Gegensatz zu seinen Vorgängern noch mehr auf Action getrimmt ist, sind die typischen Elemente von Metal Gear vorhanden: Eine ausgereifte, cineastische Story und das behutsame Anschleichen an die Gegner.

Man merkt dem Titel auch deutlich an, dass Platinum Games, der japanische Spielentwickler, der unter anderem auch schon solche Action-Kracher wie «Bayonetta» entwickelt hat, für die Umsetzung verantwortlich ist. Es geht gehörig zur Sache und ruhigere Passagen sind rar.

Kaufempfehlung oder nicht?

Das Spiel ist sicherlich nicht jedermans Geschmack. Einerseits wegen der erwähnten Gewaltorgien, andererseits auch wegen seines hohen Tempos. Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag eine beruhigende Runde «Farmville» spielen möchte, ist mit dem Titel sicherlich falsch bedient. Wer aber ein Feuerwerk an Action auf seinem Fernsehgerät flimmern sehen möchte und die Realität für einige Stunden komplett ausblenden will, ist hier sehr gut bedient. Allerdings sollte man vor dem Spielen eventuell die Freundin vorwarnen, wieso der eigene Puls nullkommaplötzlich von 60 auf 150 hochschnellt.

Fazit: «Metal Gear Rising – Revengeance» ist eine ideale Überbrückung bis zum nächsten Spiel mit Solid Snake, dessen Erscheinungstermin derzeit noch in den Sternen liegt.

«Metal Gear Rising – Revengeance» Trailer

Quelle: YouTube

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