Aufklärung auf Englisch: Knusperbube darf Lehrer bleiben
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Aufklärung auf EnglischKnusperbube darf Lehrer bleiben

Tagsüber cooler Aufklärungslehrer, nachts knackiger Stripper: Der 30-jährige Brite Benedict Garrett darf trotz prickelndem Doppelleben seine Lehrerlizenz behalten.

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Benedict Garrett führte ein Doppelleben: Zwischen Januar 2008 und Juli 2010 arbeitete er als Sexualkunde-Lehrer an der Beal High School in Ilford, abends bot er seine Dienste als Stripper und Nacktbutler an – bis er entdeckt wurde. Seine Schüler hatten einen Trailer im Internet gefunden, auf dem ihr Lehrer unter seinem Pseudonym «Johnny Anglais» in einem Pornofilm mitwirkte.

Die Schüler meldeten ihren Fund der Schulleitung. Garrett musste vor dem britischen Schulrat, dem General Teaching Council, antraben. Das Ziel seiner prüden Arbeitskollegen war es, den 30-Jährigen aus dem Lehrerregister streichen zu lassen.

Garrett muss wählen: Lehrer oder Stripper?

Doch es kam – überraschend – anders: Benedict Garrett wurde zwar eines «unprofessionellen Verhaltens» für schuldig befunden, darf aber seinen Job dennoch behalten. Der Lehrer hatte zunächst erkannt, dass er eine «moralische Grenze überschritten hatte, in dem er als Lehrer gleichzeitig in der Erotikindustrie arbeite». Er verstehe, sagte er gegenüber dem Vorsitzenden des Rates, Derek Johns, dass die «öffentliche Meinung solche Arbeit unangemessen» finde.

Offenbar half ihm dieses Eingeständnis aus der Patsche. Der Vorsitzende Johns war beeindruckt: «In Bezug auf Ihre Tätigkeit in der Pornoindustrie scheint Ihr Verhalten keine grosse Auswirkung auf die Schülerschaft gehabt zu haben.» Seine nächtliche Tätigkeit sei «grundsätzlich inkompatibel mit dem Unterricht», meinte Johns weiter. Lehrer hätten «Ehrlichkeit und Integrität» vorzuleben. Dennoch dürfe Garrett seine Lehrerlizenz behalten. Der Schulrat erwarte allerdings von ihm, dass er nicht weiter beide Berufe gleichzeitig ausführe. Zum Schluss wurde lediglich eine Verwarnung ausgesprochen.

Für Garrett ist der Fall klar: Er hat sich für die Pornobranche entschieden. Trotzdem freut er sich, die Möglichkeit zu haben, in Zukunft wieder lehren zu dürfen.

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