Knut-Alarm: Eisbären-Babys in Nürnberg
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Knut-Alarm: Eisbären-Babys in Nürnberg

Deutschlands Liebling der Nation bekommt Konkurrenz. Im Tiergarten Nürnberg haben gleich zwei Eisbären-Weibchen Nachwuchs bekommen. Bei der Direktion herrscht nicht nur Freude: Man will keine «doofe Knutmanie».

Ende 2007 haben die beiden Eisbärendamen Vera und Vilma die Jungen zur Welt gebracht. Wie viele es sind, weiss nicht einmal der Zoo: die Weibchen hüten ihren Nachwuchs in einer Höhle. «Wir lassen die Bären absolut in Ruhe, niemand stört sie», erklärte Tiergarten-Direktor Dag Encke gemäss deutschen Medienberichten. Frühestens in sechs Wochen könne es ein Tierpfleger erstmals wagen, einen Blick in die Höhle zu werfen.

Nach Angaben des Direktors handelt es sich um den ersten Eisbären-Nachwuchs in Nürnberg seit 15 Jahren. Einen Rummel wie bei Eisbär Knut im Berliner Zoo will man aber vermeiden. «Wir werden alles dafür tun, dass sich die doofe Knutmanie in Nürnberg nicht wiederholt», betonte Vizedirektor Helmut Mägdefrau in der «Süddeutschen Zeitung» vom Donnerstag. Er habe nichts gegen Knut und den «allergrössten Respekt» vor der Leistung der Berliner Kollegen. Doch wenn als Erkenntnis übrig bleibe, dass «Eisbären ja soo süüsse Tierchen sind – dann will ich gerne darauf verzichten», so Mägdefrau.

Entsprechend wolle man in Nürnberg auch nicht eingreifen, wenn die Jungen von ihren Müttern verstossen würden. Die «Bild»-Zeitung schlägt bereits Alarm: «Müssen die Mini-Knuts sterben?», fragt das Massenblatt mit Verweis auf Mutter Vera, die lieber vor der Höhle an der Sonne liege, als ihre Jungen zu säugen. Auch der Zoo gibt sich im Fall von Vera nicht sonderlich optimistisch. Doch Vizechef Mägdefrau bleibt hart: «Wenn die Mutter die Kleinen sterben lassen will, dann müssen sie eben sterben.» Alles andere sei unnatürlich.

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