Knut kann abflocken, jetzt kommt Flocke
Aktualisiert

Knut kann abflocken, jetzt kommt Flocke

Die kleine Eisbärin Flocke hat ihren ersten öffentlichen Auftritt problemlos gemeistert. Das inzwischen 20 Kilogramm schwere und 85 Zentimeter lange Eisbärjunge erkundete das Aussengehege spielerisch und völlig unbekümmert.

Zur Freude der rund 360 Medienvertreter aus aller Welt sprang sie am Dienstag auch ins grosse Wasserbecken des Nürnberger Zoos und planschte sichtlich vergnügt umher.

Dass Flocke den Auftritt wie ein Profi hinter sich brachte, liegt laut Zoo-Tierarzt Bernhard Neurohr an einem halben Dutzend Übungsausflügen, die sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits absolvierte.

Zoodirektor Dag Encke bezeichnete die kleine Eisbärin als «Botschafterin für den Klimaschutz». «Eisbären sind die Tiere, die den Menschen stärker als jede wissenschaftliche Publikation oder jede Katastrophenmeldung über den Klimawandel deutlich gemacht haben, dass sich unser Planet durch den Klimawandel dramatisch verändert», sagte Encke vor Journalisten.

Auch mit der grossen Sympathie, die die Menschen Flocke entgegenbringen, könnten die Gefahren für die Eisbären durch den Klimawandel direkter vermittelt werden. Die Menschen sollen Flocke laut Encke deshalb nicht als kleinen Teddy ansehen, sondern als Sinnbild verstehen.

Laut Encke ist die Population von bis zu 25 000 in freier Wildbahn lebenden Eisbären durch die menschgemachte Klimaerwärmung und das Abschmelzen des arktischen Eisschildes bedroht. Flocke und die «Flaggschiffart Eisbär» seien deshalb insgesamt geeignet Menschen beim Klimaschutz «zum Denken und Handeln zu motivieren».

Ähnlich äusserte sich der Nürnberger Bürgermeister Horst Förther (SPD). Bei der Vermarktung Flockes spielten Nachhaltigkeit und Umweltschutz die wichtigste Rolle. «Monetäre Gründe» stünden nicht an erster Stelle.

Der Tiergarten Nürnberg rechnet an Spitzentagen mit mehr als 20 000 Besuchern, die wegen Flocke kommen. Um möglichst vielen einen Blick auf die Eisbärin zu ermöglichen, liess der Tiergarten am Gehege eine Stehtribüne für 500 Personen errichten. Ordner werden den Zugang zur Tribüne regeln und gewährleisten, dass alle 15 Minuten weitere Besucher einen Blick auf Flocke werfen können.

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(sda)

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