Aktualisiert 28.07.2004 15:20

Koalas werden Wahlkampfthema in Australien

Tierschützer wollen Koalas in Australien zum Wahlkampfthema machen: Ihnen droht innerhalb der nächsten 15 Jahren das Aussterben.

Wegen der zunehmenden Rodung von Eukalyptusbäumen für den Ausbau von Städten und landwirtschaftlichen Nutzflächen würden die Beuteltiere an der Ostküste des Landes innerhalb von 15 Jahren aussterben, wenn sie nicht geschützt würden, berichtete die Australische Koala-Stiftung am Mittwoch. Umweltminister Ian Campbell solle die Tiere als gefährdete Art einstufen. Die vorige Labor-Regierung hatte einen solchen Antrag 1995 abgelehnt.

Campbell sprach von einer «alarmierenden Prognose», die er sehr ernst nehmen werde. «Ich hoffe wirklich, dass sie (die Tierschützer) falsch liegen», sagte er der Nachrichtenagentur AP. Bei der Parlamentswahl Ende des Jahres strebt die konservative Regierungskoalition eine vierte Amtszeit an.

Nach Angaben der Stiftung ist die Koala-Population in Queensland im Südosten des Landes, wo die Verstädterung besonders schnell voranschreitet, bereits auf 1,9 Prozent ihrer ursprünglichen Grösse zurückgegangen. «Die Koalas zu schützen wäre ein grossartiges Wahlversprechen», sagte die Geschäftsführerin der Koala-Stiftung, Deborah Tabart. Sollte Campbell nicht auf die Eingabe reagieren, erwäge die Stiftung rechtliche Schritte zum Schutz der Tiere. Eine Einstufung als gefährdete Tierart würde den rechtlichen Schutz der Koalas und der Eukalyptusbäume, von denen sie leben, deutlich erleichtern.

Nach Schätzung der Tierschützer lebten vor knapp 300 Jahren zehn Millionen Koalas in Australien, inzwischen sind es nur noch 100.000. Wegen ihres Pelzes wurden sie zu hunderten abgeschossen, bevor sie 1936 unter staatlichen Schutz gestellt wurden. Ihr Lebensraum - Koalas fressen nur die Blätter bestimmter Eukalyptusbäume - ist jedoch nicht gegen Abholzung geschützt. (dapd)

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