Köbi Kuhn: «Wir können es noch besser»
Aktualisiert

Köbi Kuhn: «Wir können es noch besser»

Die Schweiz hat den WM-Test gegen Italien bestanden: Die Truppe von Köbi Kuhn dominierte den dreifachen Weltmeister teilweise. Der Nati-Coach ist zufrieden, und sieht noch Steigerungspotential.

Nach nur elf Minuten lag die Schweiz nach einem ärgerlichen Stellungsfehler durch Alberto Gilardino 0:1 zurück. Eine herrliche Einzelleistung von Frankreich-Söldner Gygax brachte aber nach einer halben Stunde den verdienten Ausgleich und belohnte die Schweizer Mannschaft für eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem 1:1 vom Samstag in Basel gegen die Elfenbeinküste.

Nach dem Spiel zeigte sich Nati-Coach über das Gesehene hoch erfreut: «Ich bin zufrieden. Das war das zweite Spiel in dieser harten Woche. Wir haben die Spiele nicht wie gewohnt vorbereitet. Wir bereiten die WM vor. Die Spieler sind ein wenig müde, aber das gilt auch für Italien. Wir konnten nicht so wechseln wie gewünscht, weil wir einige angeschlagene Spieler hatten. Philippe Senderos und Daniel Gygax waren müde, deshalb habe ich sie ausgewechselt. Johan Djourou hat ein sehr gutes Spiel gezeigt, wir können auf ihn zählen. Deshalb habe ich ihn auch aufgeboten. Die Mannschaft hat verglichen mit dem Spiel gegen die Elfenbeinküste in den Bereichen zuglegt, in denen ich das gefordert habe. Wir spielten konzentrierter gegen einen sehr starken Gegner, aber wir können es noch besser. Wir sind im Fahrplan und auf gutem Weg nach Deutschland. Wir spielen jetzt am Samstag noch gegen China und dann werden die Spieler einige Tage Pause haben.»

Die Schweizer hielten gegen den WM-Mitfavoriten jederzeit mit, sie gefielen durch ihre Ballsicherheit im Mittelfeld und die Unerschrockenheit der beiden hochtalentierten Innenverteidiger Philippe Senderos und Johan Djourou, die in ihrer Genfer Heimat gross aufspielten. Noch vielversprechender für den weiteren Verlauf der WM-Vorbereitung und die WM-Endrunde in Deutschland selber war jedoch die Leistungssteigerung von Captain Johann Vogel, der das Spiel jederzeit im Griff hatte und seinen Mitspielern damit viel Selbstvertrauen verlieh.

Unschön waren einige unnötige Foulszenen im Mittelfeld, die meistens von Milan-Haudegen Gennaro Gattuso ausgingen. Wie er eine Viertelstunde vor Schluss auf Höhe der Schweizer Trainerbank an der Seitenlinie Verteidiger Spycher von den Beinen holte, hätte mehr als die gelbe Karte verdient gehabt. Bemerkenswert aber auch, wie die Schweizer - und allen voran der junge Margairaz - dagegen hielten und sich durch die Unfairness und Provokationen einiger Italiener nie einschüchtern liessen.

Bestnoten verdienten sich Captain Vogel, Barnetta sowie die beiden jungen Innenverteidiger Senderos (21) und Djourou (19), der in seinem zweiten Länderspiel glänzend spielte und wie ein abgebrühter Routinier auftrat. Gut war auch, wie Degen auf seinen krassen Fehler zu Beginn reagierte und danach die Position besser hielt. Kurz gesagt: Die Fortschritte waren ersichtlich, die Steigerung bemerkbar und der nächste wichtige Schritt Richtung WM getan. Am Samstag folgt nun das dritte und letzte Testspiel in Zürich gegen China. Ein Sieg wäre bestes Doping für den WM-Auftakt gegen Frankreich am 13. Juni.

Schweiz - Italien 1:1

Stade de Genève. - 30'000 Zuschauer. - SR Sippel (De).

Tore: 11. Gilardino 0:1. 32. Gygax 1:1.

Schweiz: Zuberbühler (46. Coltorti); Philipp Degen, Djourou, Senderos (70. Grichting), Magnin (46. Spycher); Barnetta, Vogel, Cabanas (46. Margairaz), Wicky (62. Hakan Yakin); Gygax (90. David Degen); Frei.

Italien: Buffon; Zaccardo, Cannavaro, Materazzi (46. Oddo), Grosso (60. Bonera); Pirlo (76. Perrotta), Gattuso; Camoranesi (46. De Rossi), Totti, Del Piero (46. Iaquinta); Gilardino (46. Toni).

Bemerkungen: Schweiz ohne Behrami, Müller und Streller (alle angeschlagen). Italien ohne Zambrotta (verletzt). Verwarnungen: 45. Zaccardo (Foul), 66. Coltorti (Foul), 74. Gattuso (Foul).

Statistik zum Spiel: Schüsse: 4-7. Schüsse aufs Tor: 2-4. Gemachte Fouls: 10-12. Eckbälle: 3-0.

(si/mat)

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