Köbi schickt die Nati in den Leistungstest

Aktualisiert

Köbi schickt die Nati in den Leistungstest

Mit einstündiger Verspätung ist die Schweizer Nationalmannschaft am Montagnachmittag aus der sonnigen Schweiz ins nebelverhangene Düsseldorf abgereist. Am Abend finden im geschlossenen Training erste Leistungstests statt.

Ein ungewohnt kleines Grüppchen Fussballer nahm gestern Mittag den kurzen Flug nach Düsseldorf ab Zürich in Angriff. Neben den Torhütern Diego Benaglio und Fabio Coltorti machten sechs Feldspieler die Reise nach Deutschland mit. In Flughafen Düsseldorf stiess der aus Salzburg angereiste Johan Vonlanthen hinzu, der Rest des 21-Mann-Kaders wartete - zusammen mit den früher angereisten Physiotherapeuten - bereits im Teamhotel auf die Kollegen und die Trainercrew.

Pflege und Erholung standen für all jene Internationalen an, die am Wochenende mit ihren Vereinen im Meisterschafts-Einsatz standen. Nur gerade sieben der angereisten Spieler müssen sich noch bis am Wochenende gedulden, ehe auch in der Schweiz der Ernst des Fussballer-Lebens wieder beginnt.

Wie Kontrahent Jogi Löw mit dem deutschen Team beliess es auch Köbi Kuhn im ersten Training dabei, den Spielern die nötige Erholung zu bieten. «Wir können hier vielleicht ein einziges ernsthaftes Training abhalten. Mehr ist angesichts des Zeitplans gar nicht möglich», sagt Kuhn, der seinen Assistenten jedoch aufgetragen hat, bei seinen Spielern erstmals seit der WM im letzten Sommer die aktuellen Fitnesswerte zu bestimmen.

Herzfrequenzen und Blutwerte werden gemessen und fein säuberlich im Computer gespeichert. Zudem wurden gestern bei jedem Spieler die Rumpf-Muskulatur kontrolliert und bei einem Sechs-Minuten-Lauf erste Fitness-Stände eruiert. Diese Werte werden mit früheren Zahlen verglichen, danach wird mit jedem Spieler ein individueller Massnahmenplan erarbeitet. Die nächsten Messungen werden Ende Mai beim Zusammenzug nach dem Trainingslager in Miami vorgenommen.

«Im Hinblick auf die EM-Endrunde ist es unbedingt erforderlich, dass jeder Spieler im Sommer 2008 topfit ist. Wir wollen nicht nur drei Gruppenspiele bestreiten. Es sind ja sechs Partien in drei Wochen möglich, und dazu könnten auch noch Verlängerungen kommen», blickt Kuhn optimistisch in die Zukunft. Gespräche mit dem deutschen Coach Löw haben ihm bestätigt, dass im Hinblick auf die EURO 08 nochmals einiges mehr im körperlichen Bereich unternommen werden muss als noch vor der WM 2006.

Löw und der damalige deutsche Teamchef Jürgen Klinsmann hatten den Fitness-Zustand der deutschen Internationalen kritisiert und das Team mit für den deutschen Fussball teilweise unkonventionellen Methoden rechtzeitig auf Vordermann gebracht. Wie der 3. WM-Rang zeigt, lohnte sich der Aufwand.

(si)

Deutschland sucht den Supersturm

Deutschlands Nationalcoach Joachim Löw sucht für das Testspiel gegen die Schweiz am Mittwoch in Düsseldorf noch die ideale Sturmbesetzung. Immerhin ist klar, dass Miroslav Klose trotz einer Verletzung am Daumen mitmachen kann. Doch wer stürmt neben ihm?

Kloses Wunschpartner Lukas Podolski ist gegen die Schweiz gesperrt. Die Kandidaten für den Platz neben WM-Topskorer Klose (28) heissen daher Kevin Kuranyi (24/Schalke), Mario Gomez (21/Stuttgart), Mike Hanke (23/Wolfsburg) und Jan Schlaudraff (23/Aachen).

Captain Michael Ballack machte sich zwei Tage vor dem Spiel für eine Nominierung von Kuranyi stark: «Kevin hat sich mit Leistungen aufgedrängt.» Acht Tore sind dem Deutsch-Brasilianer bisher in der Bundesliga gelungen. Allerdings hat der Stuttgarter Gomez schon elfmal getroffen und führt das Torschützenklassement mit Klose an. Stürmt also doch das Bundesliga-Topduo gegen die Schweiz? Oder Klose an der Seite von Hanke (8 Bundesliga-Tore)?

Ärgern tun sie sich im DFB-Camp über die Sperre von Lukas Podolski. Denn weil für das EM-Qualifikationsspiel im März gegen Tschechien ausgerechnet Klose suspendiert ist, ist dannzumal dafür Podolski im Angriff gesetzt; Löw kann somit gegen die Osteuropäer so oder so nicht dasselbe Duo aufbieten wie gegen die Schweiz.

«Unser Blick liegt schon auf dem Spiel gegen Tschechien. Deshalb ist es nicht so günstig, dass Lukas gegen die Schweiz nicht testen kann», sagte Ballack. Trainieren kann «Prinz Poldi» mit seinen Kollegen gleichwohl. Löw hat den 21-Jährigen als Trainingsgast für die ersten zwei Tage des Zusammenzuges eingeladen.

Deine Meinung