Kopftuchfrage: Kölliker hüllt sich in Schweigen
Aktualisiert

KopftuchfrageKölliker hüllt sich in Schweigen

Die Konfusion um das Kopftuchverbot an St. Galler Schulen ist perfekt. Doch Bildungsdirektor Stefan Kölliker schweigt. Am Schluss entscheiden wohl die Gerichte.

von
Sascha Schmid
Bildungsdirektor Stefan Kölliker.

Bildungsdirektor Stefan Kölliker.

Im Kopftuchstreit im Kanton St. Gallen richten sich alle ­Augen auf Stefan Kölliker, SVP-Regierungsrat und Vorsteher des Erziehungsrats. Dieser hatte im August den Gemeinden geraten, das Kopftuchverbot einzuführen. Doch in Bad Ragaz hat die Regionale Schulaufsicht Sarganserland (RSA) das Verbot aufgehoben. «Ich bin gespannt, wie Kölliker auf die Aufhebung des Kopftuchverbots reagiert. Meiner Meinung nach hat er keine Chance mit dem Verbot», sagt RSA-Präsident Hans Bigger. Köllikers Meinung interessiert auch Hansjörg Hürlimann, Sarganser Schulratspräsident: «Die Unsicherheit ist jetzt noch grösser. Verbindliche Vorgaben würden uns helfen.» Darum zieht Bad Ragaz den Entscheid wohl weiter. Rekursinstanz ist dann ausgerechnet der Erziehungsrat.

Für Oscar Bergamin vom Islamischen Zentralrat (IZRS) ein unhaltbarer Zustand. «Weil sich der Erziehungsrat für ein Kopftuchverbot ausgesprochen hat, ist er befangen», so ­Bergamin. Er fordert, dass sich gleich das Verwaltungsgericht der Sache annimmt.

Trotz der vielen Fragen schweigt Kölliker, der mit seinem Vorstoss die Debatte überhaupt ausgelöst hatte. «Ein laufendes Verfahren können wir nicht kommentieren», heisst es aus seinem Departement.

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