Aktualisiert 26.02.2010 16:22

DeutschlandKöln flutet wahrscheinlich U-Bahn-Baustelle

Mit dem Rhein-Pegel steigt auch die Unsicherheit: Nach den Pfuschereien beim Bau der Kölner U-Bahn könnte die Flutung einer gefährdeten Baustelle in der Innenstadt noch am Wochenende bevorstehen.

«Wir sind bereit», sagte ein Sprecher der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) am Freitag. Laut Stadt Köln könnte den derzeitigen Prognosen zufolge bereits am Samstagmorgen der kritische Grundwasserstand erreicht werden, bei dem mit dem Druckausgleich in der Grube durch Flutung der Baustelle begonnen werden sollte.

Die Schutzmassnahme ist nach Meinung von Experten nötig, da in den Wänden des Bauschachts am Heumarkt ein Grossteil stabilisierender Eisenbügel fehlt. Mitarbeiter der zuständigen Baufirma sollen diese gestohlen und an Schrotthändler verkauft haben.

Durch die Flutung der Baustelle soll der steigende Grundwasserdruck auf die seitlichen Schlitzwände des Bauwerks ausgeglichen und die Grube stabilisiert werden. Sorgen machen müssten sich die Anwohner aber nicht, erklärten Stadt und KVB. Es komme weder zu einer Überflutung der Baustelle noch sei die Grube einsturzgefährdet. Bei der Flutung wird das Wasser, das eigentlich aus dem Schacht herausgepumpt werde, über Schläuche wieder in die Baustelle zurückgeleitet.

Ursache für Einsturz des Stadtarchivs noch unklar

Knapp ein Jahr nach dem Einsturz des Stadtarchivs, das an einer der vom Pfusch betroffenen U-Bahn-Baustellen gelegen hat, ist die Unsicherheit in Köln gross. Bei dem Unglück starben zwei Menschen; zahllose wertvolle Unterlagen, Briefe und Fotos wurden verschüttet. Die genaue Ursache für den Einsturz ist trotz monatelanger Ermittlungen noch unklar. Die fehlenden Eisenbügel sollen laut Staatsanwaltschaft nicht der Grund sein.

Die Stadt bezifferte den Gesamtschaden des Einsturzes auf mindestens eine halbe Milliarde Euro. Die Restaurierungsarbeiten dürften nach Einschätzung noch bis zu 50 Jahre dauern. (dapd)

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