Aktualisiert 26.06.2017 14:30

Royaler Besuch

König Philippe schwärmt von der Berufsbildung

Bei seiner Reise hat der belgische König Philippe auch die Stadt Luzern besucht. Dort hat er sich über die duale Bildung informiert.

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sda/gwa

Der König von Belgien besuchte bei seiner Reise auch die Stadt Luzern (Video: gwa)

Am Freitagnachmittag besuchte König Philippe von Belgien die KV Luzern Berufsfachschule. Die belgische Delegation konnte sich dort an einem Round Table über die Berufsbildung informieren lassen.

Philippe von Belgien schaltete sich nur einmal in das 90-minütige Treffen ein. Die Berufsbildung in der Schweiz erscheine ihm wie ein Wunder, sagte er, denn es gebe in der Schweiz fast keine Jugendarbeitslosigkeit. Die Übereinstimmung von dem, was die Jungen möchten und könnten und was der Markt brauche, müsse gross sein.

Der König wurde belehrt, dass es nicht so einfach sei. Die Jugendlichen würden mehrere Schnupperlehren machen, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Auch brauche es viel Beratung sowie Brückenangebote.

Begeisterter Empfang beim KV

Interessiert zeigte sich die belgische Delegation von dem von KV-Rektorin Esther Schönberger vorgestellten Angebot KV Plus. In dieser Ausbildung wird die Lehre nach zwei Jahren unterbrochen zugunsten von zwei halbjährigen Schul- und Arbeitsaufenthalten im englischen- sowie französisch- oder italienischsprachigen Ausland.

Die Schülerinnen und Schüler des KV Luzern hatten zuvor den hohen Besuch mit Begeisterung empfangen. Der König sprach, nachdem er aus dem Auto gestiegen war, kurz mit ein paar Lehrlingen, und schritt dann die Treppe hoch zur Schülerschaft.

Zuvor machten der König und seine Entourage Halt im Hotel Radisson Blu. Dort wurde König Philippe von 20 Lernenden umsorgt und bedient. Auch dabei wurden Gespräche zum Bildungssystem geführt. Organisiert wurden die Anlässe von der Adecco-Gruppe.

Lernende berichten dem König

Am zweiten Tag seines Schweiz-Besuchs hat sich der König von Belgien auch am Vormittag in Baden aus erster Hand über das duale Bildungssystem informieren lassen. Der König zeigte sich vom Erfolg der hiesigen Berufslehre und der tiefen Jugendarbeitslosigkeit beeindruckt.

Er habe nicht viel zu sagen, sondern er wolle viel lernen, betonte Philippe am Freitag beim Besuch der ABB Turbo Systems AG und des Berufsbildungszentrum Libs. Auf Besichtigungstour war der König der Belgier mit seiner Delegation und im Beisein von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Vier Auszubildende berichteten den Besuchenden in einer Fabrikhalle der ABB Turbo Systems über ihre Tätigkeiten und ihre nächsten beruflichen Schritte. Im Berufsbildungszentrum Libs zeigten zwei Lehrlinge, was sie im ersten Jahr der Ausbildung lernten.

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Der König von Belgien bei seinem Besuch in Luzern: Im Radisson Blu Hotel informierten er und seine Entourage sich über das duale Bildungssytsem.

Der König von Belgien bei seinem Besuch in Luzern: Im Radisson Blu Hotel informierten er und seine Entourage sich über das duale Bildungssytsem.

gwa
Auch dem KV Luzern stattete König Philippe einen Besuch ab.

Auch dem KV Luzern stattete König Philippe einen Besuch ab.

Keystone/Alexandra wey
Die Schulklassen bereiteten ihm einen warmen Empfang.

Die Schulklassen bereiteten ihm einen warmen Empfang.

Keystone/Alexandra wey

Fasziniert vom Erfolg der jungen Leute

Die Lehrlinge besuchen zunächst während zweier Jahre die Libs und erhalten ein Grundwissen. Danach sammeln sie in einem Betrieb die praktischen Arbeitserfahrungen. Die über 280 Ausbildungsplätze sind begehrt. Er sei fasziniert vom Erfolg der jungen Leute und sie an der Arbeit zu sehen, sagte Philippe.

Bundesrat Schneider-Ammann hatte zuvor das duale Bildungssystem der Schweiz erläutert. Das Engagement der Unternehmen in die Ausbildung von Berufsleuten sei sehr wichtig. Die Ausbildung sei attraktiv und biete ein hohes soziales Ansehen, sagte der Bundesrat.

An einem Round Table vertieften die Vertreter der beiden Staaten, der ABB und Berufsschule das Thema. Die Delegation Belgiens erfuhr, dass in den Kantonen für Schulgänger mit leichterem Rucksack ein Brückenangebot besteht, damit die Jugendlichen den späteren Einstieg ins Berufsleben schaffen. Klar wurde auch, dass nach einer soliden Grundausbildung eine dauernde Weiterbildung wichtig ist.

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