13.06.2014 22:36

Conchita WurstKönigliche Audienz in Zürich

Die «Königin von Österreich» in Zürich: Conchita Wurst trat am Pride Festival auf - und wurde mit einem eigens für sie entworfenen Award geehrt.

von
Katinka Templeton

Das Zürcher Pride Festival steht jedes Jahr für Toleranz gegenüber der LGBT (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Trans)-Community. Und genau dafür setzt sich auch die Künstlerin Conchita Wurst ein. Kein Wunder passen beide zusammen wie Cervelat und Bürli. Und so war es für die zahlreichen Besucher des Pride Festivals auf dem Zürcher Kasernenareal am Freitagabend auch trotz Regen ein besonderes Highlight, die Österreicherin - die mit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest für so viel Furore gesorgt hat - live auf der Bühne zu erleben.

Neben ihrem Triumphsong «Rise Like a Phoenix» gab Conchita Wurst auch «That's what I Am» zum Besten, mit dem sie bereits 2013 versuchte, die österreichische Bevölkerung davon zu überzeugen, die Travestiekünstlerin an den ESC zu schicken. Nach Coverversionen von Celiné Dions «My Heart Will go On» und Chers «Strong Enough» war aber bereits wieder Schluss mit Singen.

«Eine Sexbombe mit politischer Sprengkraft»

Conchita wurde nämlich für einen viel wichtigeren Grund eingeladen, als nur für musikalische Stimmung zu sorgen: Den «Conchita Wurst Unstoppable Award», der eigens für sie ins Leben gerufen wurde. Der Award, eine Nachbildung von Conchitas Hand, steht für «herausragende Menschen, die unsere Welt im Kampf um Toleranz und Liebe positiv beeinflussen», erklärte der Gründer des Awards KC O'Douwd in einer Pressekonferenz am Nachmittag.

Die Laudatio für die Ehrung wurde von Kurt Aeschbacher gehalten, der für Conchita Wurst alias Tom Neuwirth nur lobende Worte fand und sie sogar als «Sexbombe mit politischer Sprengkraft» bezeichnete: «Tom und Conchita wissen, was es heisst, unten durchzumüssen, weil sie etwas anders leben als die Mehrheit und anders lieben, als wie es von ihnen erwartet wird. Aber ihr Beide habt es nicht zugelassen, dass andere aus euch Wurstsalat machen.» Aeschbacher sprach damit Tom Neuwirths Kindheit an, in der er massiv gemobbt wurde.

Für Conchita Wurst ist der «Unstoppable Award» eine grosse Ehre: «Es ist ein Ding, wenn man einen Preis erhält. Aber es ist ein ganz anderes Ding, wenn dieser Preis auch noch deinen Namen trägt,» so die Sängerin. Die Ehrung, die von nun an jedes Jahr an einen anderen Menschen verliehen werden soll, bedeutet Conchita Wurst viel: «Dieser Preis soll dafür stehen, dass man alles schaffen kann wenn man nur an sich selbst glaubt. Ich arbeite daran, dass dieser Preis einer der Wichtigsten wird.»

«Hirnlappen dabei»

Den Hirnlappen habe sie dabei, sagte Wurst vor den Medien in Bezug auf eine Aussagen, die SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi über Homosexuelle gemacht haben soll.

Bortoluzzi soll demnach gesagt haben, gleichgeschlechtliche Paare hätten einen Hirnlappen , der verkehrt läuft. Homophobe Bemerkungen dieser Art quittiere sie meist einfach mit einem «Aha» und ärgere sich nicht darüber, sagte Wurst. Wenn Menschen derart diskriminierende Aussagen machten, würden sie sich selbst disqualifizieren.

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