Aktualisiert 10.10.2005 20:57

Köniz testete: In elf Läden erhielten 15-Jährige Alkohol

Als «Undercover-Agentinnen» schickte die Gemeinde Köniz Schulmädchen auf Einkaufstour. In 11 von 13 kontrollierten Geschäften verkaufte man den Testkäuferinnen Alkohol.

«Erschreckend ist das Resultat vor allem, weil wir seit Jahren auf den Jugendschutz hinweisen», ärgert sich die Könizer Gemeinderätin Marianne Streiff. Trotz Broschüren und Info-Abenden wissen viele nicht: Der Alkoholverkauf an unter 16-Jährige ist generell verboten und für Alcopops oder Spirituosen gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Jetzt greift die Gemeinde durch: Sie setzt Kinder als Testkäufer ein und zeigt die fehlbaren Geschäfte erstmals an.

In unauffälliger Begleitung erwachsener Zeugen gingen 14- bis 15-jährige Schülerinnen in Wabern, Liebefeld und Köniz auf geheime Mission. In 11 von 13 kontrollierten Betrieben verkaufte man ihnen Alcopops, ohne nach einem Ausweis zu fragen. Grossverteiler, Lädeli und Tankstellen schnitten dabei gleichermassen schlecht ab.

«Es braucht eine bessere Schulung», so Anja Nowacki von der Fachstelle Prävention aufgrund der Reaktionen der Ertappten: Geschäftsinhaber wurden aggressiv, Kassierinnen brachen hilflos in Tränen aus. Dem Stadtberner Polizeiinspektor Jean-Claude Hess ist der Einsatz von «Kinder-Agenten» rechtlich aber zu heikel. Er setzt lieber auf Prävention und Beobachtungen.

Patrick Marbach

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