Parkschaden - Welche Werkstatt repariert was?
Kiki hat einen Parkschaden. In welche Garage kann sie ihr Auto zur Reparatur bringen?

Kiki hat einen Parkschaden. In welche Garage kann sie ihr Auto zur Reparatur bringen?

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ParkschadenKönnen alle Werkstätten alle Autos reparieren?

Kiki muss einen Parkschaden reparieren lassen. Nun fragt sie sich, ob alle Werkstätten für eine solche Reparatur in Frage kommen.

von
Markus Aegerter, AGVS

Frage von Kiki ans AGVS-Expertenteam:

Mein Auto wurde auf dem Parkplatz von einem anderen Fahrzeug angerempelt. Die Versicherung des anderen Autofahrers sagt, ich solle mein Auto in einer Carrosseriewerkstatt reparieren lassen. Wie funktionieren solche Carrosserien? Können die jede Fahrzeugmarke reparieren? Schliesslich benötigt jede Automarke andere Ersatzteile und hat eigene Lackfarben. Bringen die mein fast fabrikneues Fahrzeug wieder so hin, dass nicht erkennbar ist, dass da repariert wurde?

Antwort:

Liebe Kiki

Parkschäden sind eine sehr ärgerliche Sache. Immerhin hattest du Glück im Unglück, dass der Verursacher sich bei dir gemeldet hat und die Angelegenheit mit Anstand regeln will. Genau für solche Schäden hat schliesslich jeder und jede eine Haftpflichtversicherung.

Was deine Frage betrifft: Du kannst dein Auto mit gutem Gewissen in eine Carrosseriewerkstatt oder auch in eine AGVS-Garage bringen. Viele Garagen führen eigene Carrosserie-Abteilungen, andere arbeiten eng mit einem Vertrauens-Carrossier zusammen. Der Kundenberater oder die Kundenberaterin in einer Garage sind in der Lage abzuschätzen, welche Arbeiten notwendig sind, und übernehmen auch die Kommunikation mit der Versicherung.

Du kannst dein Auto mit gutem Gewissen in eine Carrosseriewerkstatt bringen

Markus Aegerter, AGVS

Du schreibst von einem Parkschaden. Daher nehme ich an, dass keine allzu grossen Schäden entstanden sind. Beulen und Dellen können oft von Carrosseriespenglern oder -spenglerinnen aus dem Blech herausgedrückt werden, ohne dass Spuren zurückbleiben. Das geht natürlich nur, wenn der Lack nicht beschädigt wurde.

Ist auch der Lack beschädigt worden, wird die Reparatur etwas umfangreicher. Zunächst müssen die eingedrückten Stellen an deinem Auto wieder in die ursprüngliche Form zurückgebracht werden. Wo dies nicht möglich ist, werden beschädigte Teile durch neue ersetzt. Dabei können die Werkstattmitarbeitenden – seien es Carrossiers oder Mechatroniker – auf Originalteile des Herstellers zurückgreifen. Nach dem Abschluss der Spenglerarbeiten geht das Auto weiter in die Lackiererei. Der Carrosserielackierer analysiert zunächst den Aufbau des Originallacks und bestimmt mithilfe des Farbcodes, der an jedem Auto angebracht ist, die originale Fahrzeugfarbe. Da sich diese im Lauf der Zeit durch Alterung oder Witterungseinflüsse verändert, muss sie bei Reparaturen leicht angepasst werden. Er mischt mithilfe einer Präzisionswaage die Farben, bis der Farbton exakt stimmt, und bringt den Lack mit einer Spritzpistole in einer staubfreien Spritzkabine an. Danach wird die Farbe eingebrannt und schliesslich poliert.

Danach wird das frisch lackierte Auto fertig zusammengebaut. Sind Teile betroffen, die für die korrekte Funktion der Fahrerassistenzsysteme (ADAS) eine Rolle spielen, ist dann in aller Regel der Automobil-Mechatroniker an der Reihe. Zu den ADAS gehören beispielsweise Abstandsregler, Spurhalteassistenten oder Einparkhilfen. Für solche Systeme kommen verschiedene Arten von Umfeldsensorik zum Einsatz: Kameras, Radar, Lidar oder Ultraschall. Diese müssen exakt eingestellt sein. Der Mechatroniker kalibriert diese Fahrerassistenzsysteme und sorgt dafür, dass sie wieder fehlerfrei und zuverlässig funktionieren.

Und am Ende des Prozesses wird dein Auto wieder so aussehen, wie vor dem Rempler. Versprochen.

Gute Fahrt!

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Der AGVS ist der Verband der Schweizer Garagisten. 4000 Betriebe mit 39'000 Mitarbeitenden (darunter 9000 Nachwuchskräfte in Aus- und Weiterbildung) sorgen dafür, dass wir sicher, zuverlässig und energieeffizient unterwegs sind. Und dieses Expertenteam sorgt für Durchblick: Markus Aegerter (Handel und Dienstleistungen), Olivier Maeder (Bildung), Markus Peter (Technik und Umwelt) und AGVS-Juristin Olivia Solari (Recht).

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