Aktualisiert 30.07.2018 21:32

Basel

«Können nur gesicherte Informationen verbreiten»

Das Basler Sicherheitsdepartement kontert die Kritik an der zögerlichen Information der Öffentlichkeit beim Grossbrand im Hafen am Freitag.

von
lha
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Vom Wasser und vom Land wurde der Grossbrand am Hafen in Basel-Kleinhüningen bekämpft. Ein Bahnschwellenlager geriet am Freitagnachmittag aus noch unklaren Gründen in Brand.

Vom Wasser und vom Land wurde der Grossbrand am Hafen in Basel-Kleinhüningen bekämpft. Ein Bahnschwellenlager geriet am Freitagnachmittag aus noch unklaren Gründen in Brand.

Leser-Reporter
Grossbrand im Basler Stadtteil Kleinhüningen: Die Polizei warnt vor giftigem Rauch.

Grossbrand im Basler Stadtteil Kleinhüningen: Die Polizei warnt vor giftigem Rauch.

Leserreporter
Vom Flughafen Basel aus ist die Rauchwolke über der Altstadt zu sehen.

Vom Flughafen Basel aus ist die Rauchwolke über der Altstadt zu sehen.

Leser-Reporter

Anderthalb Tage dauerten die Löscharbeiten, nachdem am Freitagnachmittag ausrangierte Bahnschwellen im Hafen Feuer gefangen hatten. Noch immer ist unklar, was den Grossbrand ausgelöst hatte. Auch der Sachschaden konnte am Montag noch nicht beziffert werden. Immerhin: Die Hafeninfrastruktur blieb unversehrt, der Betrieb am Rheinhafen war durch den Brand nur punktuell beeinträchtigt.

Nach dem Brand wurde Kritik an der Kommunikation der Behörden laut: Viele wunderten sich, weshalb erst drei Stunden nach Brandausbruch die Entwarnung kam, dass der Rauch nicht giftig war. Medienschaffende mussten sich zudem rund 90 Minuten gedulden, bis sie überhaupt eine erste offizielle Information zum Ereignis via Twitter erhielten.

«Herausforderung in Zeiten sozialer Medien»

Das Justiz- und Sicherheitsdepartement reagierte am Montag auf die Kritik. In einer ausführlichen Stellungnahme erläuterte Sprecher Martin Schütz die Informationspolitik der involvierten Behörden. «Die Behörden können bei solchen Ereignissen anfänglich nur eine Sachverhaltsbestätigung geben, bis gesicherte Informationen vorliegen. In Zeiten von Leserreportern und sozialen Medien stellt das punkto Geschwindigkeit eine Herausforderung dar», gibt Schütz zu.

Er hat aber Verständnis für die Kritik und verspricht: «Wir werden im Nachgang die Schnittstelle in der Medienarbeit bei solchen grösseren Ereignissen vertieft anschauen.»

Das Justiz- und Sicherheitsdepartement gab via Twitter mehrere «Wasserstandsmeldungen» ab. Der Kanal wurde aber nicht dialogisch genutzt. Die Nutzung von Twitter sei denn auch erst in einer Versuchsphase. Zudem gibt Schütz zu bedenken, «dass Behörden stets auch die Wirkungsweise ihrer Kommunikation bedenken müssen.» Als Beispiel nennt er Panik bei einem unverhältnismässigen Sirenenalarm. Dieser sei in Betracht gezogen, aber nach einer ersten Lagebeurteilung um 15 Uhr von der Einsatzleitung als unverhältnismässig beurteilt worden.

Quartierbevölkerung zuerst informiert

Dafür wurde die Quartierbevölkerung ab 15 Uhr via Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, die Fenster zu schliessen und drinnen zu bleiben. Diese Aufforderung und die Empfehlung, das Gebiet zu umfahren, wurde dann kurz vor 16 Uhr auch über Radio und Twitter verbreitet. Schadstoffmessungen waren erst nach 15.30 Uhr möglich, als der Rauch nicht mehr senkrecht aufstieg. Die entsprechende Messgruppe sei dann sofort aufgeboten worden.

Vehement verwehrt sich Schütz gegen den Vorwurf, die Feuerwehr habe zu lange gebraucht, um zum Brand anzurücken. Die erste Brandmeldun ging laut Schütz um 14.19 Uhr ein, um 14.22 Uhr war die interne Alarmierung der Feuerwehr abgeschlossen und bereits um 14.30 Uhr waren mehrere Löschelemente und Polizeikräfte vor Ort.

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