Aktualisiert 29.06.2016 23:05

Terror-AnschlägeKönnen Sie jetzt noch in die Türkei reisen?

Nach dem Anschlag am Flughafen in Istanbul ist die Verunsicherung gross. Was gilt es bei Türkei-Reisen zu beachten? Und können gebuchte Tickets kostenlos storniert werden?

von
pat
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Er soll nach Angaben des US-Abgeordneten Michael McCaul hinter dem Terroranschlag stecken: Achmed Tschatajew gibt nach seiner Haftentlassung in Georgien 2012 ein Interview. (Screenshot RegTV/Youtube)

Er soll nach Angaben des US-Abgeordneten Michael McCaul hinter dem Terroranschlag stecken: Achmed Tschatajew gibt nach seiner Haftentlassung in Georgien 2012 ein Interview. (Screenshot RegTV/Youtube)

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Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)

Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)

Keystone/EPA/Sedat Suna
Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)

Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)

Keystone

Kann ich meinen geplanten Badeurlaub kostenlos stornieren oder umbuchen?

Wer den geplanten Badeurlaub in der Türkei nun doch lieber woanders verbringen möchte, ist auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen. Denn aktuell liegt keine Reisewarnung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vor.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Bei Hotelplan gelten die normalen Annullationsbedingungen. Kunden müssen also selbst für die Kosten aufkommen. Etwas kulanter ist Kuoni: Für Abreisen nach Istanbul bietet der Reiseveranstalter bis zum 31. Juli 2016 kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Für alle anderen Türkei-Reisenden gelten allerdings ebenfalls die normalen Annullationsbedingungen.

Beim Reiseveranstalter Globetrotter will man von Fall zu Fall entscheiden, ob die anfallenden Kosten übernommen werden oder nicht. Man sei kulant. Jedoch verweist auch Globetrotter darauf, dass es keine Reisewarnung für die Türkei gebe.

Wie sollten sich Urlauber in der Türkei derzeit verhalten?

Das EDA rät zu erhöhter Vorsicht in den Grossstädten – insbesondere auf öffentlichen Plätzen, Einkaufszentren, öffentlichen Transportmitteln und vor touristischen Attraktionen. Massenansammlungen sollten gemieden werden, denn es sei landesweit mit terroristischen Anschlägen zu rechnen. Die Warnungen werden auch von den Reiseveranstaltern weitergegeben.

Was hat der Anschlag für Auswirkungen auf den Flugverkehr in Istanbul?

Swiss hat nach einer Krisenstabssitzung mit Lagebeurteilung entschieden, alle heutigen Flüge nach Istanbul zu streichen. Davon betroffen sind zwei Flüge von Zürich nach Istanbul und zurück. Swiss-Passagiere, die vor den Anschlägen einen Flug nach Istanbul gebucht haben, können kostenlos umdisponieren – das gelte für alle Lufthansa-Flüge.

Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Reisende von oder nach Atatürk Airport konnten die Flüge kostenlos umbuchen oder stornieren.

Wie entwickelt sich der Tourismus in der Türkei?

Bei Hotelplan spürt man die Verunsicherung bei den Kunden. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Türkei-Reisen um 70 Prozent abgenommen. Auch der Veranstalter Tui verzeichnet einen «dramatischen» Rückgang im Türkei-Sommergeschäft um 60 Prozent.

Auch bei Kuoni verläuft das Türkeigeschäft «bereits seit einiger Zeit nur schleppend». Der Buchungsstand liege gegenüber dem Vorjahr zweistellig im Minus.

Finanziell würden sich Ferien in der Türkei derzeit lohnen: Der Preis sei um bis zu 20 Prozent eingebrochen, heisst es bei Hotelplan.

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