26.09.2020 20:00

Community-FrageKönnen wir im Corona-Winter ganz normal Fondue essen?

Chäs, Chinoise oder Bourguignonne: Bei jeder Art Fondue taucht man die eigene Gabel in das Caquelon. Aber wie sieht das während der Pandemie aus?

von
Fee Anabelle Riebeling
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Dass sowohl Fondue als auch Raclette aus Käse besteht, darin sind wir uns einig. Aber wie isst man die zwei Schweizer Käsespezialitäten richtig, und welche Behauptungen sind völliger Käse? Wir haben Coop-Käseexperte Martin Siegenthaler und Nathaline Neuschwander, Leiterin von Fooby, gefragt, wie es richtig geht.

Dass sowohl Fondue als auch Raclette aus Käse besteht, darin sind wir uns einig. Aber wie isst man die zwei Schweizer Käsespezialitäten richtig, und welche Behauptungen sind völliger Käse? Wir haben Coop-Käseexperte Martin Siegenthaler und Nathaline Neuschwander, Leiterin von Fooby, gefragt, wie es richtig geht.

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Fondue ist eine Schweizer Erfindung. Martin: «Sicher ist: Fondue stammt aus der Alpenregion. In diesem Fall ist es aber nicht so wichtig, wer es erfunden hat, sondern wer es gross gemacht hat. Und beim Fondue-Essen sind wir in der Schweiz sicher Weltmeister!»

Fondue ist eine Schweizer Erfindung. Martin: «Sicher ist: Fondue stammt aus der Alpenregion. In diesem Fall ist es aber nicht so wichtig, wer es erfunden hat, sondern wer es gross gemacht hat. Und beim Fondue-Essen sind wir in der Schweiz sicher Weltmeister!»

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Im Gegensatz zum Fondue gibt es beim Raclette keine Strafen. Nathaline: «Die Strafe beim Raclette ist, dass man immer wieder warten muss, bis man sein Pfännchen neu belegen kann.»

Im Gegensatz zum Fondue gibt es beim Raclette keine Strafen. Nathaline: «Die Strafe beim Raclette ist, dass man immer wieder warten muss, bis man sein Pfännchen neu belegen kann.»

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Darum gehts

  • Im Jahr 2020 muss vieles anders gehandhabt werden als sonst – auch das Fondue-Essen.
  • Viel Umstellung braucht es aber nicht, um das Infektionsrisiko zu reduzieren.
  • Selbst mit der eigenen Gabel ins Caquelon zu tunken, liegt drin.

Im Jahr 2020 ist vieles anders als zuvor. Entsprechend gross sind mitunter die Unsicherheiten. Auch was Fondue-Essen anbelangt. Manch einer denkt da sogar über eine Änderung der Tischsitten nach. «Reicht bitte ein normales Tischgedeck und esst das Fondue mit Messer und Gabel», empfiehlt etwa eine Leser-Reporterin. So könne eine Ansteckung mit dem Virus eher vermieden werden.

Tatsächlich scheint ein geselliger Fondue-Plausch der ideale Ort zu sein, das Virus unbemerkt weiterzugeben: Die Beteiligten sitzen Schulter an Schulter um das Caquelon herum und tauchen in regelmässigen Abständen ihre Gabel in Käse, Brühe oder Öl und führen diese anschliessend zum Mund. Und das – insbesondere in der kalten Jahreszeit – drinnen, wo Sars-CoV-2 sowieso schon ein leichteres Spiel hat als draussen.

Teilweise Entwarnung

Auf solch gesellige Runden muss im Herbst und Winter 2020 aber nicht verzichtet werden. Auch das klassische Fondue-Setting kann bestehen bleiben, wie Eva van Beek erklärt, Sprecherin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). «Es sind bislang keine Übertragungen von Sars-CoV-2 via Nahrungsmittel nachgewiesen worden.» Entsprechend sei ein Weitergeben des Virus etwa durch Brot und Käse beim Verzehr eines Käsefondues unwahrscheinlich. Vorausgesetzt die üblichen Küchenregeln werden eingehalten (siehe Box).

So sehen es auch die Experten vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen – wie etwa den Fondue-Gabeln –, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gebe es derzeit keine belastbaren Belege, heisst es auf ihrer Übersichtsseite zum Coronavirus. Hinzu kommt laut Roman Beele von der Abteilung Risikokommunikation beim BfR, dass Fleisch und Käse beim Fondue erhitzt werden. Dadurch verringert sich das Infektionsrisiko zusätzlich, da das Virus hitzeempfindlich ist.

So geht Küchenhygiene

Gemäss dem BLV gibt es vier wirklich einfache, aber essenzielle Grundregeln der Küchenhygiene. Diese besagen, dass man rohe Lebensmittel wie Fleisch, Geflügel, Eier, Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse «richtig waschen, richtig trennen, richtig erhitzen und richtig kühlen» soll. Wie das geht, erfährst du auf Sichergeniessen.ch.

Infektionsrisiko minimieren

Ganz risikolos ist Fondue-Essen aber in diesem Jahr nicht, erinnert van Beek: «Die grösste Gefahr geht von der Nichtbeachtung der Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG aus.» Das heisst: Personen mit Krankheitssymptomen sollten zu Hause bleiben, alle anderen auf Händeschütteln und Begrüssungsküsschen verzichten, sich regelmässig die Hände waschen, Abstand halten und, solange man in trauter Runde am Tisch sitzt, vor und nach dem Essen im Idealfall Maske tragen.

Zusätzlich sollte immer wieder ordentlich durchgelüftet oder das Fondue gleich auf Terrasse oder Balkon verlegt werden. So lässt sich laut Experten eine allfällige Viruskonzentration in der Luft am besten deutlich reduzieren und das Infektionsrisiko minimieren.

Fondue- und Raclette-Fakten, die du am Caquelon erzählen kannst, findest du übrigens in der obigen Bildstrecke.

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901 Kommentare
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Herzog

28.09.2020, 00:56

Da macht die Fee Anabelle wieder einmal auf Panik mit einem reisserischen Titel und Text ohne Inhalt.

Ursi

27.09.2020, 23:28

Einfach geniessen!

Pferd

27.09.2020, 21:06

ich liebe es wie"ihr" für alles erlaubnis braucht