Frankreich: Köpferollen nach Atomunfall
Aktualisiert

FrankreichKöpferollen nach Atomunfall

Eineinhalb Wochen nach dem Zwischenfall auf dem Gelände des südfranzösischen Atomkraftwerks Tricastin ist der Leiter des Unglücksbetriebes abgelöst worden.

Der Atomkonzern Areva kündigte am Donnerstag an, er habe für seine Filiale Socatri einen neuen Chef ernannt. Dieser habe den Auftrag, «eine globale Überprüfung der Funktionsweise des Betriebs und der Sicherheit» vorzunehmen.

Der Vorfall hatte sich in dem Betrieb zur Reinigung verstrahlter Materialien in der Nacht auf den 8. Juli ereignet. Dabei waren sechs Kubikmeter uranhaltige Flüssigkeit in die Umwelt gelangt.

Die französische Atomaufsicht hatte den Vorfall auf der niedrigsten Stufe einer siebenstelligen Unfallskala eingeordnet. Für Beunruhigung bei den Anwohnern sorgen aber stark schwankende Messungen des Urangehalts im Grundwasser.

Diese könnten nach Einschätzung des Institut für Strahlenschutz und Atomsicherheit (IRSN) möglicherweise auch von einer früheren Verschmutzung herrühren. Im Verdacht steht dabei auch eine ungesicherte Deponie mit militärischen Atomabfällen aus den 70er Jahren auf dem Gelände von Tricastin.

Frankreichs Umweltminister Jean-Louis Borloo kündigte an, er werde das Grundwasser in der Nähe aller französischen Atomanlagen untersuchen lassen. Die Grünen verlangten unterdessen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu dem Vorfall, der schwere Mängel in der Atomsicherheit offenbare. (sda)

Deine Meinung