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«Weltwoche»-StreitKöppel muss bei der SVP zur Aussprache antraben

Wegen der «Weltwoche» hat SVP-Nationalrat Roger Köppel Ärger mit Parteikollegen. Mit Bundesratsanwärter Thomas Hurter lieferte er sich einen heftigen Streit.

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ij
Unter Beschuss: Roger Köppel am ersten Tag der Wintersession im Nationalrat in Bern. (30.11.2015)

Unter Beschuss: Roger Köppel am ersten Tag der Wintersession im Nationalrat in Bern. (30.11.2015)

Keystone/Peter Klaunzer

Innerhalb der SVP gibt es offenbar Redebedarf. In der «Weltwoche» erschienene Artikel sind verschiedenen Exponenten der Partei sauer aufgestossen. Der Verleger und neu gewählte SVP-Nationalrat Roger Köppel muss nun zur Aussprache mit seinen Kollegen antraben, berichtet die «SonntagsZeitung».

So hatte die «Weltwoche» über Nationalrat Thomas Hurter geschrieben, er gehöre zur sogenannten «Weissweinfraktion». Diese treffe sich schon vormittags im Bundeshaus-Restaurant «Galerie des Alpes» zum Umtrunk. Der Schaffhauser Hurter lieferte sich deswegen im Vorzimmer des Nationalratsaals einen heftigen Streit mit Köppel. Er habe Köppel gesagt, «dass der Artikel so nicht stimmt und sogar rufschädigend ist», so Hurter zur «SonntagsZeitung».

Luzi Stamm will schlichten

Auch weitere Fraktionsmitglieder fühlten sich von der «Weltwoche» diffamiert, heisst es im Artikel weiter. SVP-Vize Luzi Stamm hat nun vorgeschlagen, an der traditionellen Bad-Horn-Tagung im Januar darüber zu reden. Dabei würden auch Spuren und Verletzungen im Zusammenhang mit den Bundesratswahlen aufgearbeitet.

Kurz vor den Parlamentswahlen hatte die «Weltwoche» geschrieben, SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel habe zu Unrecht finanzielle Forderungen von über einer halben Million Franken an die Fifa gestellt. Dessen Rats- und Fraktionskollegen Felix Müri unterstellte das Blatt, seine Beratungsfirma befinde sich bereits seit zwei Jahren in Liquidation – die Firma hatte aber einem anderen Felix Müri gehört.

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann hatte bereits zuvor gefordert, das Verhältnis mit Köppel und der «Weltwoche» zu klären. Vor den Bundesratswahlen hatte das Anliegen bei der Fraktionsleitung aber kein Gehör gefunden.

Rache für Sprengkandidaten-Pläne

Die Geschichte über den Schaffhauser Berufspiloten Thomas Hurter sei eine «Retourkutsche für den Versuch, Hurter als Sprengkandidaten zu lancieren». Das sagt ein im besagten Artikel erwähnter Akteur zur «SonntagsZeitung». Auch CVP-Präsident Christophe Darbellay und Ex-BDP-Präsident Hans Grunder sollen nämlich zu dieser Gruppe gehören. Sie stehen im Verdacht, sie hätten Hurter zum Bundesrat machen wollen.

SVP beschwert sich über SRF-Dok

Nicht nur gewisse Berichte in der «Weltwoche», auch der Dok-Film «Die Macht des Volkes» auf SRF stösst viele SVP-Politikern sauer auf. In der Sendung berichtete Karin Bauer über die Selbstbestimmungs-Initiative – und versteckte ihre kritische Haltung in den Off-Kommentaren nicht. Zudem konnten mehrere Experten das Anliegen der SVP zerpflücken.

Für die SVP-Nationalräte Gregor Rutz und Natalie Rickli ging das SRF damit zu weit: Sie reichen gemäss «Sonntagsblick» bei Ombudsmann Achille Casanova eine Beschwerde ein. «Die Sendung ist unseres Erachtens absolut tendenziös ausgefallen», sagt Rutz. SRF-Chefredaktor Tristan Brenn kontert die Kritik: Es sei Aufgabe der Medien, kritisch zu hinterfragen gerade bei solchen Initiativen, «die im Clinch mit Völkerrecht und rechtsstaatlichen Prinzipien stehen». (hal)

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