27.07.2015 11:28

«Lächerlicher Betrag»Koffer geplündert – Airline zahlt Paar nur 12 Franken

Auf dem Flug von Sydney nach Genf kamen einem Schweizer Paar Kleider im Wert von 2000 Franken abhanden. Bei der Entschädigung rechnete die Airline jedoch nach Gewicht.

von
Julien Culet/tab
Nach der Ankunft in Genf wartete eine böse Überraschung auf ein Schweizer Paar: Einer ihrer Koffer war geplündert worden.

Nach der Ankunft in Genf wartete eine böse Überraschung auf ein Schweizer Paar: Einer ihrer Koffer war geplündert worden.

«Ein Monat von Behörde zu Behörde – dafür? Das ist ein Witz, wir haben nichts bekommen.» Eva* und Marc* finden den Betrag, den ihnen die Airline Emirates zurückerstattet hat, «lächerlich». Auf ihrer Rückreise von einem langen Trip durch Australien wurden ihnen Mitte Juni Markenkleider im Wert von rund 2000 Franken aus dem Koffer geklaut.

Das Paar aus Coppet VD weiss nicht, was genau zwischen Sydney und Genf passiert ist. Weil sie so viel Gepäck dabeihatten, riet man ihnen – um Geld zu sparen – bei dem Warentransport einzuchecken, der Tochtergesellschaft Emirates Sky Cargo. Bei der Ankunft wurde klar: Ihr Gepäck war durchsucht worden, in einem Koffer fehlten Kleider. «Das war niemals der Zoll, wir hatten nichts Sensibles dabei», sagt die junge Frau.

12.54 Franken für Kleider im Wert von 2000 Franken

Die zwei Waadtländer waren zunächst zuversichtlich. «Emirates hat einen guten Ruf, wir dachten, die Sache sei schnell geregelt», sagt Marc zu 20minutes.ch. Doch erst am Donnerstag bekamen sie schliesslich eine Antwort. Eine, die ihnen nicht gefiel. Die gestohlenen Kleider im Wert von 2000 Franken wurden ihnen zwar zurückerstattet, doch die Entschädigung betrug genau 12.54 Franken.

Den kleinen Betrag verteidigt die Airline auf Anfrage folgendermassen: «Das fehlende Gewicht der aus dem Koffer entwendeten Kleider betrug ungefähr 500 Gramm. Die Entschädigung der von der Firma Sky Cargo bezahlten 12.54 Franken entspricht den Vorschriften des Montrealer Übereinkommens.» Dieses regelt die Beförderung von Waren im internationalen Luftverkehr.

Fall an die Versicherung weitergereicht

«Uns ist jedoch auch bewusst, dass die Summe in diesem Fall zu wünschen übrig lässt, und wir verstehen die Enttäuschung unserer Kunden», so Emirates. Dennoch: Auch wenn das Paar das Gepäck auf normale Weise aufgegeben hätte, wäre die Entschädigung nicht höher ausgefallen. Marc und Eva bedauern das mangelnde Entgegenkommen der Firma und haben den Fall an ihre Versicherung weitergereicht.

*Namen der Redaktion bekannt.

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