Aktualisiert 12.12.2006 14:38

Kofferbomber von Köln hat alles gestanden

Der so genannte Kofferbomber von Köln, Jihad Hamad, hat im Libanon offenbar ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Das berichtete der NDR am Dienstag unter Berufung auf das offizielle Protokoll der richterlichen Vernehmung. Dagegen versuche die Bundesanwaltschaft immer noch auf diplomatischem Wege, das Dokument zu erhalten.

Bei der Bundesanwaltschaft war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Generalbundesanwältin Monika Harms hatte sich Mitte November unzufrieden über die Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden im Fall der versuchten Kofferbombenanschlägen geäussert. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft deponierten Hamad und ein Komplize am 31. Juli im Kölner Hauptbahnhof zwei Kofferbomben in Regionalzügen. Die Sprengsätze wurden gezündet, explodierten aber wegen eines Konstruktionsfehlers nicht.

Hamad beschreibt laut dem NDR-Bericht in seinem Geständnis, wie die Tat geplant und durchgeführt wurde. «Wir haben vereinbart, uns für die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen zu rächen und eine Anzahl Bomben herzustellen und sie in Bahnhöfen abzustellen.» In einem Interview des NDR beschuldigte er seinen Freund Youssef Mohamed el Hajdib als Drahtzieher: «Er hat mir gesagt, wir dürfen nicht untätig bleiben, wir kommen in die Hölle, wenn wir nichts tun», wird er zitiert. Ihren Plan hätten sie im April dieses Jahres in Kiel ausgeheckt.

Auszüge aus der Vernehmung wird das Erste in der Reihe «ARD-exclusiv» am Mittwoch, 13. Dezember, um 21.45 Uhr veröffentlichen. (dapd)

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