Entwicklungshilfe: Kofi wird Wetterfrosch
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EntwicklungshilfeKofi wird Wetterfrosch

Bis vor zwei Jahren war er noch Uno-Generalsekretär. Jetzt will sich der Freund von Alt Bundesrat Ogi ganz anderen Themen widmen: Kofi Annan will oberster Meteorologe Afrikas werden.

In Afrika sind Wetterprognosen noch viel mehr Glückssache als anderswo auf dem Globus. Grund dafür ist die Tatsache, dass zu wenig Daten vorliegen, weil es zu wenig Wetterstationen gibt — auf dem ganzen Kontinent sollen es weniger sein als in der Schweiz.

Klimawandel erschwert Prognosen

Gerade für die Menschen in Afrika sind vertrauenswürdige Wetterprognosen aber enorm wichtig: Da der Klimawandel die auf traditionellen Methoden beruhenden Vorhersagen der Bauern durcheinandergebracht hat, kommt es viel öfter zu Missernten.

Kofi Annan, so berichtet die «Süddeutsche» in ihrer Online-Ausgabe, ist überzeugt, dass gute Wetterprognosen gute Ernten bedeuten. Darum will der 70-jährige Ghanaer auf dem gesamten Kontinent 5000 Wetterstationen errichten lassen. Kostenpunkt: Rund 20 Millionen Dollar. Eigentlich kein Betrag, wenn man ihn mit den kürzlich durch die Finanzkrise vernichteten Summen vergleicht.

Start in Uganda

Die ersten 20 Stationen, die laut der «Süddeutschen» nächstens in Uganda errichtet werden sollen, werden von der Stadt Genf, Luxemburg und privaten Stiftungen finanziert. Weitere Spender werden ihrem Beispiel folgen, hofft Annan, wenn die Wettermelder erst einmal ihren Nutzen erwiesen haben.

Die Stationen messen Temperatur, Luftdruck, Wind, Sonneneinstrahlung und die Feuchtigkeit am Boden und in der Luft. Zudem lösen sie Alarm aus, wenn ein Unwetter droht.

Kostenlose Handy-Nachrichten

Zu den Leuten sollen Wetterprognosen und Alarme per Handy gelangen; das Handy-Netz ist in Afrika in aller Regel bedeutend besser ausgebaut als das Festnetz; 95 Prozent aller Afrikaner sollen binnen zwei Jahren in der Reichweite eines solchen Netzes leben. In vielen Dörfern besitze mindestens der Vorsteher ein Handy, schreibt die «Süddeutsche». Die Nachrichten sollen kostenlos verschickt und zusätzlich über Internet, Radio und Fernsehen verbreitet werden.

(dhr)

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