Kantonsschule Enge: Kohlmeisen nisten in Aschenbecher
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Kantonsschule EngeKohlmeisen nisten in Aschenbecher

Nicht gerade der gemütlichste Ort, um Nachwuchs aufzuziehen: Ein Kohlmeisenpaar hat sich in Zürich im Aschenbecher eines Abfallkübels eingerichtet. Laut Vogelwarte kein Problem.

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hvw

«Achtung! Aschenbecher bitte nicht benutzen!», steht in grossen roten Lettern auf einem Plakat über einem Abfallkübel im Park der Kantonsschule Enge. Daneben zeigt ein Bild eine Kohlmeise im Innern des Behälters. «Auch dieses Jahr ist der Aschenbecher von einem Kohlmeisenpaar als Nistkasten ausgewählt worden. Es sind bereits seit ein paar Tagen Jungvögel geschlüpft.»

Die Kantischüler freuen sich offenbar über die Vogeleltern und ihren Nachwuchs: «Der brütende Vogel ist im Moment eine grosse Attraktion», sagt Leserreporter Max. Laut der Vogelwarte Sempach sollten Passanten aber einen Abstand von einigen Metern wahren, um die Meisen nicht zu stören. «Der Hinweis mit dem Plakat ist sicher eine gute Idee», sagt Sprecher Michael Schaad.

Keine Gefahr für Jungvögel

So ungewöhnlich sei ein Aschenbecher als Nistplatz nicht: «Die Kohlmeise ist sehr anpassungsfähig. Sie ist in fast allen Schweizer Gärten zu finden.» Weil der Vogel ein Höhlenbrüter sei, suche er sich als Nistplatz Räume mit kleinen Eingängen. «Das können dann auch von Menschen geschaffene Gegenstände sein», sagt Schaad. Beliebt seien etwa offene Briefkästen. Gefahr von Zigarettenstummeln oder Ascherückständen drohe den Jungmeisen keine. «Die Vögel wissen, was sie essen können.»

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