Basel - «Kois gehören einfach nicht in den Rhein»
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Basel«Kois gehören einfach nicht in den Rhein»

Am Sonntag machte ein News-Scout in der Nähe des Rheinbads Breite eine kuriose Entdeckung. Ein Koi-Karpfen schwamm im Rhein herum. Der Fisch wurde vermutlich ausgesetzt.

von
Seline Bietenhard
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Ein News-Scout entdeckte auf dem Sonntagsspaziergang einen Koi im Rhein.

Ein News-Scout entdeckte auf dem Sonntagsspaziergang einen Koi im Rhein.

News-Scout
Sein Sohn sah den Fisch in der Nähe des Rheinbads Breite im Wasser schwimmen.

Sein Sohn sah den Fisch in der Nähe des Rheinbads Breite im Wasser schwimmen.

20min/Seline Bietenhard
Am Montag war der Fisch noch immer im Fluss unterwegs.

Am Montag war der Fisch noch immer im Fluss unterwegs.

20min/Seline Bietenhard

Darum gehts

  • Ein News-Scout entdeckte auf dem Sonntagsspaziergang einen Koi im Rhein.

  • Am Montag war der Fisch noch immer im Fluss unterwegs.

  • Ein Fischer vermutet, dass der Koi ausgesetzt wurde.

Am Sonntag machte ein News-Scout in der Nähe des Rheinbads Breite eine kuriose Entdeckung. Ein Koi-Karpfen schwamm im Rhein. «Ich war mit meiner Familie spazieren, als mein Sohn einen seltsamen Fisch im Rhein schwimmen sah», so der News-Scout. Sein Sohn habe gefragt, was es für eine Fischart war. «Er dachte zuerst, der Fisch wäre tot, da er nicht gleich herumschwamm», sagt der Mann. Die orange Farbe des Fisches sei ihm seltsam vorgekommen.

Der News-Scout fotografierte den Fisch und schickte ein Foto an einen Freund, der Fischer ist. Dieser habe ihm dann bestätigt, dass es sich dabei um einen Koi handle, der wohl ausgesetzt wurde. Der Fischer selbst hatte bereits 2019 mehrere Kois im Rhein entdeckt und einen davon auch gefilmt. Ein Augenschein am Montag zeigte: Der Koi schwimmt noch immer an der gleichen Stelle im Rhein umher.

Es könnte sich dabei laut einer Sachverständigen Person, die 20 Minuten angefragt hat, um ein männliches Exemplar handeln. Allerdings sei der Koi vermutlich krank. Der Halter habe sich wohl die teuren Behandlungskosten sparen wollen und den Fisch deshalb im Rhein ausgesetzt, vermutet sie.

Fische werden öfters ausgesetzt

Das Aussetzen von Fischen in Fliessgewässern ist laut dem Amt für Wald beider Basel, Abteilung Jagd und Fischerei keine Seltenheit. 2019 sagte Gabriel Sutter, kantonaler Fachspezialist Jagd- und Fischerei zu 20 Minuten: «Es ist nicht aussergewöhnlich, dass sich Menschen ihrer Teich-Fische entledigen. Darum leben auch Goldfische im Rhein.» Es sei strafbar, Haustiere aller Art auszusetzen. «Es gibt genug andere Möglichkeiten. Die Fische können zurückgegeben werden oder durch einen Spezialisten tiergerecht getötet werden», so Sutter damals.

Unter Umständen könnten Kois für das heimische Ökosysteme eine Gefahr darstellen. «Ein einzelner Koi im Rhein tut niemandem weh», sagte Sutter 2019. Trotzdem rufe er Fischer dazu auf, die Exoten zu fangen. «Kois gehören einfach nicht in den Rhein», so der Experte.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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