Kokain im Stöckelschuh
Aktualisiert

Kokain im Stöckelschuh

Eine 32-jährige Drogenschmugglerin ist heute vom Zürcher Obergericht zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

18 Monate muss sie absitzen, der Rest ist zur Bewährung ausgesetzt. Die Frau ist nicht geständig.

Die Frau aus Paraguay war im letzten Sommer am Flughafen Zürich mit rund sechs Kilogramm Kokain erwischt worden. Den Stoff hatte sie in den Sohlen von 19 Paar Damenschuhen versteckt. Sie war mit einem Flugzeug aus Brasilien in die Schweiz gereist.

Das Bezirksgericht Bülach hatte die Schmugglerin zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautete auf vier Jahre.

Wie vor Bezirksgericht bezeichnete sich die Angeklagte auch vor Obergericht als unschuldig. Sie habe gedacht, sie transportiere bloss Warenmuster. Sie konnte jedoch dem Gericht nicht erklären, weshalb eine südamerikanische Schuhfirma eine nicht qualifizierte Frau mit 19 gebrauchten und nicht original verpackten Plateauschuhen nach Europa schicken sollte.

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch, stellte aber einen Nebenantrag, wonach im Falle eines Schuldspruchs zwei Jahre Freiheitsstrafe bedingt angemessen wären.

Das Obergericht bestätigte den Bülacher Schuldspruch, senkte aber die Freiheitsstrafe deutlich. Es begründete die mildere Sanktion mit der Vorstrafenlosigkeit der Frau. Als Mutter einer zwölfjährigen Tochter sei sie zudem «strafempfindlich». (sda)

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