Drogen in Clubs: Kokain in aller Nasen: Ein Szenekenner packt aus
Aktualisiert

Drogen in ClubsKokain in aller Nasen: Ein Szenekenner packt aus

In den Luzerner Clubs nimmt der Kokainkonsum zu. Die Betreiber geben sich ahnungslos. Ein Szenekenner erzählt, wie das Geschäft läuft.

von
Lukas Nef

«In Luzern ziehen jedes Wochenende mindestens vier bis sechs Kokaindealer um die Häuser», weiss G. H.*, ein Luzerner Partyveranstalter. Er behauptet, dass auf diesen Touren praktisch jeder Luzerner Club besucht wird: «Die Dealer tragen meist zwischen 10 und 15 Gramm auf sich, danach wird irgendwo in der Umgebung wieder Nachschub geholt.» Brisant: Viele Dealer haben gar Club-Memberkarten und sind in der Szene bestens bekannt. «Von den Clubbesitzern werden die Dealer vielfach gebilligt», sagt der Insider. Denn: Wer in den Clubs Kokain konsumiere, der trinke meist viel mehr, zum Vorteil des Lokals. Martin Hermann vom Club Adagio sieht dies anders: «Wer bei uns beim Konsumieren erwischt wird, fliegt raus und erhält Hausverbot», so Hermann. Andere Clubbetreiber wollten auf Anfrage von 20 Minuten nichts von Kokain-Konsum oder Handel in ihren Häusern wissen und verweigerten jegliche Stellungnahme.

Laut Kapo-Sprecher Richard ­Huwiler wird mit den Clubbesitzern immer wieder das Gespräch gesucht und auf die Drogenproblematik hingewiesen. «Jeder erwischte Kokaindealer wird zur Anzeige gebracht», so Huwiler. Ausserdem habe die Kripo ihre Spezialisten, die in der Szene ermittelten.

*Name der Redaktion bekannt

Kokaincomic als Souvenir

Die vier Präventions­comics des Drogenforums Innerschweiz, unter anderem zum Thema Kokain, erfreuen sich grosser Beliebtheit. Laut Nicole Guntern von der Fachstelle für Suchtprävention ist es bereits mehrmals vorgekommen, dass die Comics auf den WCs in Clubs und Bars heruntergerissen und mitgenommen wurden. Von den Comics gibt es jeweils eine Version für Frauen und eine für Männer. Gestaltet wurden sie vom Künstler François Chalet.

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