Koks im Trend - Handel mit Cannabis im Wandel
Aktualisiert

Koks im Trend - Handel mit Cannabis im Wandel

In der Schweiz wird Kokain vermehrt von gut integrierten jungen Erwachsenen konsumiert. Dominikaner und Westafrikaner dominieren dabei den Markt, wie der Bericht Innere Sicherheit 2004 festhält. Die härtere Gangart gegen Hanfprodukte liess den Cannabismarkt ins Verborgene zurückgleiten.

Laut Bundesamt für Polizei (fedpol) expandiert der Schweizer Drogenmarkt weiter und bedient neben den Randgruppen regelmässig gut integrierte junge Erwachsene und jugendliche Gelegenheitskonsumenten. Sie konsumierten Kokain vor allem an Wochenenden und oft kombiniert mit anderen Substanzen. Den Stoff lieferten vorwiegend westafrikanische Strassenhändler, die ihrerseits bedeutende Polizeiressourcen bänden.

Das Kokain stammt laut fedpol meist aus Südamerika und läuft über die Dominikanische Republik in Richtung Schweiz. Haupteintrittspforten in Europa seien Spanien und die Niederlande, wobei die Schmuggler auch die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen nutzen. Die Kuriere seien vor allem dominkanischer Herkunft. Sie seien keine «Grämmliverkäufer» wie die schwarzafrikanischen Dealer, sondern setzten grössere Mengen ab. Dies sei neben dem äusserst vorsichtigen Vorgehen und der aktiven Strategie der Einheirat vermutlich mit ein Grund, warum Dominikaner nicht prominenter in der Betäubungsmittelstatistik auftauchten. Die dominikanischen Gruppierungen sind laut fedpol der organisierten Kriminalität zuzurechnen und in weiteren Feldern wie illegale Prostitution, Sozialhilfemissbrauch und Geldwäscherei aktiv.

Eine mögliche Entwicklung sei, dass die kolumbianischen Kartelle auf den europäischen Kokainmarkt drängten, da der nordamerikanische Markt gesättigt sei. Trotz Rekordbeschlagnahmen werde damit das Angebot nicht kleiner werden, so der Bericht.

Der unter Jugendlichen weit verbreitete Cannabiskonsum stabilisiert sich laut fedpol auf hohem Niveau. Die verschärfte Strafverfolgung gegen Produzenten und Händler seit drei bis vier Jahren habe die Aktivitäten wieder ins Verborgene getrieben. Der Cannabishandel sei im Umbruch. Es sei somit möglich, dass kleine Produktionsstätten die Grossen ersetzten und die Importe wie auch der Strassenhandel anstiegen. Das Risiko des Kontakts mit anderen Drogen nehme damit zu. Laut fedpol macht die Zunahme des Drogenkonsums unter Jugendlichen und die grosse Flexibilität der Händler eine enge internationale Zusammenarbeit notwendig. (dapd)

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