Aktualisiert

Koks, Party, Notfallstation

Die Anzahl der Kokainkonsumenten in den Schweizer Notfallstationen hat sich in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Besonders an Wochenenden häufen sich die Fälle.

Dies zeigen die Resultate einer bisher unveröffentlichten Studie von Roland Bingisser, Chefarzt an der Notfallklinik des Universitätsspitals Basel. Seit 2002 untersucht er auf Verdacht hin den Drogenkonsum seiner Patienten, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Damals standen 116 von 1600 untersuchten Patienten unter Ko­kain­einfluss. 2006 waren es bei gleich vielen Proben schon 250. Und in den ersten neun Monaten 2007 sind es bereits 240. Bei den untersuchten Patienten handle es sich «hauptsächlich um junge Freizeitkonsumenten, die an den Wochenenden zu Drogen greifen», sagt Bingisser. Die Verdoppelung des Kokainkonsums sorgt bei den Notfallärzten aber nicht nur für zusätzliche Arbeit. «Diese Patienten sind oft sehr erregt und verhalten sich mühsam gegenüber unserem Personal», sagt Bingisser. Das unkontrollierbare Verhalten und die gelegentliche Aggressivität der Patienten zwang jetzt das Unispital Basel, für die Wochenenden einen zusätzlichen Sicherheitsdienst aufzubieten.

Deine Meinung