Aktualisiert 18.07.2016 12:26

Grenzwachtregion BS

Koks-Schmuggler weichen an Grenze auf den ÖV aus

Schmuggler nutzen seit einiger Zeit den grenzüberschreitenden Tram- und Busverkehr, um Drogen von Frankreich oder Deutschland in die Schweiz zu bringen.

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Im Mai und im Juni wurden bei Kontrollen der Tramlinie 8 mehrere Nigerianer angehalten, die Drogen über die Grenze schmuggeln wollten.

Im Mai und im Juni wurden bei Kontrollen der Tramlinie 8 mehrere Nigerianer angehalten, die Drogen über die Grenze schmuggeln wollten.

Keystone/Georgios Kefalas
Bei einer Kontrolle eines Senegalesen, der von Saint-Louis mit dem Linienbus beim Grenzübergang Basel-Lysbüchel einreisen wollte, stiessen die Grenzwächter auf ein halbes Kilogramm Kokain.

Bei einer Kontrolle eines Senegalesen, der von Saint-Louis mit dem Linienbus beim Grenzübergang Basel-Lysbüchel einreisen wollte, stiessen die Grenzwächter auf ein halbes Kilogramm Kokain.

Google Street View
Im Juni führten Grenzwächter an der Haltestelle Friedrich Miescher-Strasse eine Kontrolle bei einem Mann durch, der auf den Flughafenbus wartete. Der Nigerianer führte mehrere Fingerlinge mit sich. Es wurde rund ein halbes Kilogramm Kokain sichergestellt.

Im Juni führten Grenzwächter an der Haltestelle Friedrich Miescher-Strasse eine Kontrolle bei einem Mann durch, der auf den Flughafenbus wartete. Der Nigerianer führte mehrere Fingerlinge mit sich. Es wurde rund ein halbes Kilogramm Kokain sichergestellt.

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Die Grenzwacht will auf die Zunahme von Drogenschmuggel im grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr reagieren. In den letzten Monaten wurden gleich vier Personen aufgegriffen, die Kokain in die Schweiz schmuggeln wollten.

In der Aktentasche eines Senegalesen, der von St-Louis mit dem Bus nach Basel reisen wollte, entdeckten Grenzwächter im April ein halbes Kilogramm Kokain, wie das Grenzwachtkommando am Montag mitteilte. Der Mann im Bus konnte sich auch nicht ausweisen. Im Achter-Tram, das nach Weil am Rhein fährt, wurden zwei Nigerianer angehalten. Einer trug 80 Gramm Kokain auf sich, der andere 50 Gramm. Die Vorfälle ereigneten sich im Mai und Juni.

Serie von Vorfällen

Ebenfalls im Mai wurde in einem Tram der Linie 1 ein Nigerianer angehalten, der im Magen rund 21 Gramm der Droge mit sich führte, wie es weiter heisst. Schliesslich kontrollierten Grenzwächter im Juni an einer Haltestelle des Flughafenbusses einen Nigerianer, der ein halbes Kilogramm Kokain in Fingerlingen mit sich trug. In der Medienmitteilung der Grenzwacht ist die Rede von einer Serie von Vorfällen.

Grenzwacht reagiert

Wie die jüngsten Funde zeigen, gehören zu den regen ÖV-Nutzern auch Schmuggler. «Vielleicht denken sie, wir kontrollieren dort weniger», sagt Jasmine Blum, stellvertretende Sprecherin der Granzwachtregion Basel. Dies sei aber nicht der Fall. So würden sich die Grenzwächter auch nicht von vollen Trams zu Stosszeiten abschrecken lassen. «Dann müssen wir einfach länger mitfahren», sagt sie. Kontrolliert werde trotzdem. Die Schmuggler könnten sich nicht darauf verlassen, in der Menschenmenge in den gut frequentierten Linien unterzugehen.

«Wir werden unsere Kontrolltätigkeit anpassen», sagt Blum weiter. Viele Leute würden bei dem weit verbreiteten Angebot von grenzüberschreitendem ÖV auf diesen ausweichen. «Dort zeigt sich ein ähnliches Deliktbild wie im Individualverkehr», so Blum. (sda)

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