Bern: Koksende Teenager: Entzug im Wohnheim

Aktualisiert

BernKoksende Teenager: Entzug im Wohnheim

Berner Teenager fallen wegen Drogen immer öfter durchs soziale Netz. Eine neue Therapie soll Süchtigen jetzt helfen, schnell clean zu werden.

von
Fabienne Wittwer

«Wir wollen Personen mit Drogen­problemen helfen, bevor sie Job und soziales Umfeld verlieren», sagt Anita Marxer von der Stiftung Terra Vecchia in Kehrsatz. Deshalb startete die Stiftung ein Pilotprojekt: Personen ab 16 Jahren, die ein Suchtproblem haben, können sich während drei ­Monaten stationär therapieren lassen. «Die Klienten wohnen während dieser Zeit bei uns in Kehrsatz», so Marxer. So wolle man in kurzer Zeit den Ausstieg aus der Abhängigkeit erreichen. Nur an den Wochenenden dürfen die Klienten nach Hause. Wer dann Drogen nimmt, muss mit Konsequenzen rechnen: «Am Montag müssen die Klienten ­jeweils eine Urin-Probe ab­geben», erklärt Marxer. Das Pilot­projekt läuft seit Januar. Die meisten Süchtigen haben sich selbst für eine Therapie angemeldet, diese kann aber auch richterlich verordnet werden.

«Noch mehr als Cannabis und Pillen wurde in letzter Zeit Kokain konsumiert», so Marxer. Dies bestätigt auch Fritz Brönnimann von der Stiftung Contact Netz: «Wir merken, dass Kokain bei immer jüngeren ­Leuten hoch im Kurs ist.» Dies liege vor allem am günstigen Preis und daran, dass es leicht zu bekommen sei. «Die Jugendlichen konsumieren oft Drogen, um Grenzen zu erfahren und zu überschreiten und um zu provo­zieren», so Brönnimann.

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