Aktualisiert 11.06.2015 14:21

Für Tschuttiheftli

Koller und Gress suchen schönsten Zidane

Für die EM 2016 in Frankreich lancieren die Luzerner von «Tschuttiheftli» wieder ein Sammelalbum. Eine Experten-Jury bestimmt, wer ein ganzes Team zeichnen darf.

von
mme
Zinédine Zidane: Wer ihn am besten grafisch gestaltet, darf fürs Tschuttiheftli-Sammelalbum eine ganze Mannschaft zeichnen. Hier ein Bild Zidanes, als er in einem früheren Sammelalbum als Sticker erhältlich war.

Zinédine Zidane: Wer ihn am besten grafisch gestaltet, darf fürs Tschuttiheftli-Sammelalbum eine ganze Mannschaft zeichnen. Hier ein Bild Zidanes, als er in einem früheren Sammelalbum als Sticker erhältlich war.

Sie sind Kult, die Sammelalben von Tschuttiheftli. Schon seit 2008 gibt es für jede Fussballwelt- oder Europameisterschaft ein Album. Künstler gestalten jeweils die Porträts der Spieler. Das Sammelalbum ist mittlerweile in grossen Städten der Schweiz und in Deutschland zu kaufen. Neu expandiert Tschuttiheftli nun auch nach Österreich und England. Fürs Erste wurden Partner in Wien gefunden, in London gibt es erste Kontakte. «Alleine diese beiden Städte haben für uns ein Potenzial wie die ganze Schweiz», sagt Mit-Organisator Silvan Glanzmann, der selber Grafiker ist und neu in einem 20 Prozent-Pensum beim Tschuttiheftli arbeitet. «Ehrenamtlich war das nicht mehr möglich, der Aufwand wurde zu gross.»

Marcel Koller sagte sofort zu

Einen Österreich-Bezug gibts auch in der Jury für den Illustrationswettbewerb: Tschuttiheftli konnte den österreichischen Teamchef Marcel Koller gewinnen. «Wir haben ihn ganz einfach auf Facebook kontaktiert, er hat sofort zugesagt», sagt Glanzmann. Weitere Promis in der Jury: Kult-Trainer Gilbert Gress und Ruedi Widmer, Cartoonist beim «Tages-Anzeiger». Und für den England-Bezug wurde Illustrator David Squires verpflichtet, der regelmässig für den «Guardian» zeichnet.

Künstler müssen Zidane-Porträt einreichen

Die Jury hat die Aufgabe, den schönsten Zinédine Zidane zu küren. Bis Ende August können interessierte Künstler ein Porträt des französischen Jahrhundert-Fussballers einsenden, die Gestaltungsart ist völlig frei. Wer die Jury am meisten überzeugt, darf dann fürs Tschuttihefttli eine ganze Mannschaft zeichnen. Für die besten Arbeiten vergibt die Jury Preisgelder von insgesamt 5000 Schweizer Franken. Bereits für die WM in Brasilien wurde ein solcher Illustrations-Wettbewerb durchgeführt, damals war kein Geringerer als Pelé das Aushängeschild der Jury.

Auflage soll erhöht werden

Für die WM in Brasilien wurden drei Millionen Stickers gedruckt, für die EM in Frankreich soll die Auflage nochmals etwas erhöht werden. Über Finanzen gibt Tschuttliheftli keine Auskunft, aber Gewinne würden zum Teil an die Künstler ausgeschüttet oder gespendet, letztmals 15'000 Franken an Terres des hommes Schweiz. Einen kommerziellen Zweck habe das Tschuttiheftli-Sammelalbum nicht. Die Macher haben einfach zwei Dinge gern: künstlerische Gestaltung und Fussball.

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