Regierung und Farc einigen sich: Kolumbien erreicht Friedensabkommen
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Regierung und Farc einigen sichKolumbien erreicht Friedensabkommen

Die kolumbianische Regierung konnte sich mit der Guerilla-Bewegung Farc auf einen Friedensvertrag einigen. Damit geht ein über 50-jähriger Konflikt zu Ende.

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chi
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Freude, Erleichterung und Tränen: Feiernde Kolumbianerinnen auf der Plaza de Bolivar in Bogota. (12. November 2016)

Freude, Erleichterung und Tränen: Feiernde Kolumbianerinnen auf der Plaza de Bolivar in Bogota. (12. November 2016)

Keystone/Leonardo Munoz/EPA
Anfang Oktober hiess es noch nein statt ja: Eine Unterstützerin des Friedensvertrags mit den Farc vergiesst Tränen nach der verlorenen Abstimmung. Fotos: John Vizcaino (Reuters)

Anfang Oktober hiess es noch nein statt ja: Eine Unterstützerin des Friedensvertrags mit den Farc vergiesst Tränen nach der verlorenen Abstimmung. Fotos: John Vizcaino (Reuters)

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Der grosse Sieger hiess Álvaro Uribe: Der Ex-Präsident und heutige Senator nach seiner Stimmabgabe in Bogotá.

Der grosse Sieger hiess Álvaro Uribe: Der Ex-Präsident und heutige Senator nach seiner Stimmabgabe in Bogotá.

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Nach dem gescheiterten Referendum über das Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc-Guerilla haben sich beide Seiten auf einen neuen Vertrag geeinigt. Laut einer am Samstag in der kubanischen Hauptstadt Havanna veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wurde der vorherige Text verändert und präzisiert.

Zudem seien einige neue Vorschläge verschiedener sozialer Gruppen berücksichtigt worden. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) und die Regierung hatten sich Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein historisches Friedensabkommen geeinigt, um den mehr als 50 Jahre dauernden Konflikt zu beenden. Allerdings lehnte eine hauchdünne Mehrheit der kolumbianischen Bevölkerung den Vertrag Anfang Oktober in einem Referendum ab. Daraufhin begannen neue Verhandlungen in Havanna.

Die Farc-Guerilla hatte 1964 im Kampf gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie das Nationale Befreiungsheer (ELN), rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260'000 Menschen getötet, 45'000 Menschen gelten als vermisst. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erhält für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. (chi/sda)

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