«Gleich mächtig wie Pablo Escobar» – Kolumbien fasst «gefürchtetsten Drogenboss der Welt»
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«Gleich mächtig wie Pablo Escobar» Kolumbien fasst «gefürchtetsten Drogenboss der Welt»

Dairo Úsuga alias «Otoniel» stand dem sogenannten Golf-Kartell vor und terrorisierte das Land jahrelang. Nun wurde er verhaftet. Er hatte sich im Dschungel versteckt.

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Kolumbianische Sicherheitsbehörden konnten den berüchtigten Drogenboss, Dairo Antonio Usuga David alias "Otoniel", Chef des mächtigen Golf-Kartells, festnehmen.

Kolumbianische Sicherheitsbehörden konnten den berüchtigten Drogenboss, Dairo Antonio Usuga David alias "Otoniel", Chef des mächtigen Golf-Kartells, festnehmen.

via REUTERS
Usuga wurde in einem Versteck im Dschungel im Nordwesten des Landes festgenommen.

Usuga wurde in einem Versteck im Dschungel im Nordwesten des Landes festgenommen.

AFP
An der Aktion waren über 500 Mitglieder des staatlichen Sicherheitsapparates beteiligt. Sie hatten sichtlich Freude an ihrem Fang.

An der Aktion waren über 500 Mitglieder des staatlichen Sicherheitsapparates beteiligt. Sie hatten sichtlich Freude an ihrem Fang.

via REUTERS

Darum gehts

  • In Kolumbien haben die Behörden den grössten Drogenboss des Landes verhaftet.

  • 500 Polizisten hatten im Dschungel des Landes nach Dairo Úsuga alias «Otoniel» gesucht.

  • Der Drogenboss hatte das Land über ein Jahrzehnt in Angst und Schrecken versetzt.

Kolumbianische Sicherheitskräfte haben Dairo Antonio Úsuga alias «Otoniel», den obersten Chef des kolumbianischen Drogenkartells «Clan del Golfo» (Golf-Clan) und einen der mächtigsten Drogenhändler des südamerikanischen Landes, gefasst.

«Es ist der entscheidendste Schlag, der dem Drogenhandel in diesem Jahrhundert versetzt wurde», sagte der kolumbianische Präsident Iván Duque, der mit Superlativen nicht sparte, in einer Pressekonferenz am Samstag (Ortszeit). «Er ist nur mit dem Fall von Pablo Escobar in den 1990er Jahren vergleichbar.»

Kolumbiens Präsident droht Drogenkartellen

Der legendäre Drogenbaron, dessen Name in Kolumbien immer noch wie Donnerhall klingt, starb 1993 bei einem Polizeieinsatz über den Dächern von Medellín. Úsaga, besser bekannt als «Otoniel», wurde in seinem Dschungel-Versteck in der Region Uraba im Nordwesten des Landes festgesetzt, in Handschellen der Öffentlichkeit vorgeführt und mit einem Hubschrauber nach Bogotá gebracht.

«Otoniel' war der am meisten gefürchtete Drogenboss der Welt, ein Mörder von Polizisten, Soldaten und örtlichen Aktivisten und hat Kinder angeworben», sagte der kolumbianische Präsident Duque weiter bei der Pressekonferenz. Seine Festnahme bedeute das Ende des Golf-Clans. Zugleich rief Duque, ein Hardliner, die verbliebenen Mitglieder auf, sich entweder zu stellen oder «das volle Gewicht des Gesetzes» zu verspüren.

Der Vorwurf lautet auf Mord, Erpressung, Entführung und Verschwörung

Úsuga wurde nach fast zehn Jahren, in denen er sich – gejagt unter anderem von einer Spezialeinheit der Sicherheitskräfte – zwischen Luxusleben und ständigen Ortswechseln bewegte und sich dabei oftmals im Dschungel aufhielt, gefasst. An der Operation «Osiris», die letztlich zu seiner Festnahme führte, waren mehr als 500 Angehörige von Militär, Polizei und Staatsanwaltschaft Kolumbiens sowie der USA und Grossbritannien beteiligt.

Für Hinweise, die zu seinem Aufenthaltsort und seiner Ergreifung führen sollten, waren in Kolumbien bis zu drei Milliarden Pesos, umgerechnet 746’000 Franken, ausgesetzt gewesen. Die US-Regierung hatte dafür fünf Millionen Dollar geboten. Dem 50-Jährigen werden neben Drogenhandel auch Mord, Erpressung, Entführung, Verschwörung und die Rekrutierung Minderjähriger vorgeworfen. Gegen ihn liegen laut Duque Auslieferungsanträge vor.

Die Lage in Kolumbien bleibt instabil

Sein «Clan del Golfo», hervorgegangen aus rechtsgerichteten Paramilitärs, gilt als eine der stärksten Drogenorganisationen Kolumbiens, auf deren Konto der tonnenweise Schmuggel vor allem von Kokain nach Mittel- und Nordamerika geht. Zudem ist er in illegalem Bergbau und illegaler Schutzgelderpressung verwickelt und für zahlreiche Morde und Vertreibungen verantwortlich.

Kolumbien litt mehr als 50 Jahre unter einem Bürgerkrieg zwischen Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Mehr als 220’000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden innerhalb Kolumbiens vertrieben. Die grösste Rebellen-Organisation Farc schloss 2016 einen Friedensvertrag mit der Regierung.

Die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land hat sich seitdem verbessert. Aber der Frieden ist fünf Jahre nach dem Abkommen brüchig: Die kleinere Guerillagruppe ELN ist noch immer aktiv; auch Tausende ehemalige Farc-Kämpfer und Verbrechersyndikate wie der Golf-Clan, die in das entstandene Vakuum vorgestossen sind, liefern sich bewaffnete Kämpfe untereinander, mit Polizei und Streitkräften.

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(DPA/pme)

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