Kolumbien: Militär erschiesst irrtümlich elf Polizisten
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Kolumbien: Militär erschiesst irrtümlich elf Polizisten

Das kolumbianische Militär hat im Südwesten des Landes elf Polizisten und einen Zivilisten getötet. Die Polizei sei in einer Gebirgsregion der Provinz Valle del Cauca mit dem Zivilisten als Informanten gegen das mächtige Drogenkartell Norte del Valle im Einsatz gewesen.

Dabei sei sie in der Gemeinde Jamundí von einer Militäreinheit unter Feuer genommen wurde, teilte ein Militärsprecher am Montag mit. Zunächst war von zehn toten Polizisten berichtet worden. Es handle sich um ein Versehen auf Grund mangelnder Kommunikation zwischen beiden Einheiten, sagte der Bürgermeister von Jamundí, William Sicachá.

Präsident Alvaro Uribe, der kommenden Sonntag zur Wiederwahl steht, sprach von einem «sehr schweren Vorfall», der schnell aufgeklärt werden müsse. Verteidigungsminister Camilo Ospina kündigte eine Untersuchung an.

In Kolumbien kommt es immer wieder zu blutigen Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften. Beobachter in Bogotá gehen davon aus, dass die Forderungen Uribes nach Erfolgen im Kampf gegen Rebellen und Paramilitärs die Soldaten so unter Druck setzen, dass oft vorschnell geschossen wird.

Die Lage in den Drogenanbaugebieten Kolumbiens ist zudem äusserst unübersichtlich. Linke Rebellen, Drogenbanden und die offiziell entwaffneten, aber tatsächlich immer noch aktiven rechten Paramilitärs kämpfen um die Kontrolle über die Drogenproduktion.

Polizei- und Militäreinheiten arbeiten Augenzeugenberichten zufolge auch punktuell mit den Paramilitärs zusammen und versuchen ebenfalls, einen Teil der Drogengewinne zu ergattern. (sda)

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