Aktualisiert 05.03.2008 13:36

Kolumbien: Neuer Guerilla-Führer bestimmt

Die kolumbianischen Rebellen der FARC haben einen Nachfolger für ihr am Wochenende in Ecuador getötetes Führungsmitglied ernannt.

In einer Stellungnahme vom Dienstag hiess es, Milton de Jesus Toncel, alias Joaquín Gómez, werde Raúl Reyes ersetzen. Reyes war am Samstag gemeinsam mit 22 weiteren FARC-Kämpfern bei einem Einsatz der kolumbianischen Truppen in Ecuador getötet worden.

Die Rebellen erklärten, Reyes habe an einem Plan zur Freilassung der früheren kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt gearbeitet, die seit 2002 in der Gewalt der FARC ist. Venezuela und Ecuador haben aus Protest ihre Botschafter aus Kolumbien abgezogen. Beide Länder verstärkten ihre Truppen an der Grenze zu Kolumbien.

Der ecuadorianische Staatspräsident Rafael Correa deutete am Dienstag bei einem Besuch in Brasilien an, dass Kolumbien die Guerillas auf ecuadorianischem Gebiet bewusst angegriffen habe, um weitere Geiselfreilassungen zu verhindern. Belege für seine Vermutung nannte Correa nicht. Correa versucht zu erreichen, dass der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe von den Nachbarstaaten für den grenzüberschreitenden Angriff verurteilt wird. Dies dürfe nicht ungestraft bleiben, erklärte Correa. Eine Entschuldigung Kolumbiens wies Ecuador als unzureichend zurück. (dapd)

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