Schweiz - Kolumbien: Kolumbien will Gontard zur Rede stellen
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Schweiz - KolumbienKolumbien will Gontard zur Rede stellen

Die kolumbianische Staatsanwaltschaft will den Schweizer Vermittler Jean-Pierre Gontard zu einer Befragung vorladen.

Dies meldeten heute übereinstimmend mehrere Medien in Kolumbien. Wie der kolumbianische Radiosender «Caracol» berichtete, prüft Generalstaatsanwalt Mario Iguaran derzeit, ob die Anhörung auch in der Schweiz durchgeführt werden kann.

Iguaran erklärte gegenüber Medienvertretern in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, dass es seine Behörde «nach Prüfung des Sachverhaltes für angebracht halte, eine formelle Untersuchung einzuleiten und eine Befragung anzusetzen, um die Zweifel auszuräumen, die die kolumbianische Justiz hat.»

Termin offen

Wann eine solche Befragung Gontards stattfinden solle, liess Iguaran offen. Nach Medienberichten plant die kolumbianische Behörde auch einen unabhängigen dritten Juristen einer neutralen Organisation als Beobachter der Anhörung einzuladen.

Die kolumbianische Regierung wirft dem Schweizer Vermittler vor, der linksgerichteten FARC-Guerrilla 2001 für deren Freilassung von zwei Mitarbeitern des Basler Pharmakonzerns Novartis persönlich 500 000 Franken Lösegeld übergeben zu haben. Sowohl Gontard als auch das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) haben die Vorwürfe zurückgewiesen. (sda)

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