30’000 Franken Geldstrafe - Komiker Dieudonné wegen Rassismus auf Schweizer Bühnen verurteilt
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30’000 Franken GeldstrafeKomiker Dieudonné wegen Rassismus auf Schweizer Bühnen verurteilt

Wegen antisemitischer Äusserungen bei Auftritten in der Schweiz ist der französische Comedian Dieudonné M’Bala M’Bala (55) zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte auf der Bühne indirekt den Holocaust geleugnet.

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Dieudonné M’Bala M’Bala vor dem Gericht in Genf.

Dieudonné M’Bala M’Bala vor dem Gericht in Genf.

AFP
Er wurde wegen antisemitischer und beleidigender Äusserungen zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt.

Er wurde wegen antisemitischer und beleidigender Äusserungen zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt.

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Johanne Gurfinkiel, Vorsitzender de Koordination gegen Antisemitismus und Intercommunity Coordination against Antisemitism and Diffamierung (CICAD), hatte wegen persönlicher Beleidigungen und übler Nachrede gegen den kamerunisch-französischen Komiker geklagt.

Johanne Gurfinkiel, Vorsitzender de Koordination gegen Antisemitismus und Intercommunity Coordination against Antisemitism and Diffamierung (CICAD), hatte wegen persönlicher Beleidigungen und übler Nachrede gegen den kamerunisch-französischen Komiker geklagt.

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Darum gehts

  • Der umstrittene französische Comedian Dieudonné muss laut dem Urteil eines Genfer Gerichts eine Geldstrafe von insgesamt 30’600 Franken zahlen.

  • Er war wegen Rassendiskriminierung, Beleidigung und übler Nachrede angeklagt worden.

  • Der Comedian gilt seit Jahren als überzeugter Antisemit und Holocaust-Leugner.

«Die Gaskammern gab es nie»: Diese Aussage, die Dieudonné M'Bala M'Bala während Auftritten in Nyon und Genf im Jahr 2019 in der Rolle einer seiner Bühnenfiguren machte, brachte ihn wegen des Vorwurfs der Rassendiskriminierung nun vor das Genfer Polizeigericht. Das Tribunal fällte nun sein Urteil und hat den 55-jährigen französisch-kamerunischen Komiker zu einer 180-tägigen Geldstrafe von 170 Franken ohne Bewährung verurteilt, also insgesamt 30'600 Franken.

Der Richterspruch beinhaltet auch eine Verurteilung wegen Beleidigung der Koordination gegen Antisemitismus und Diffamierung (CICAD). Dieudonné hatte während eines Auftritts am See gesagt, man müsse den Mitarbeitern des CICAD sagen, «dass sie sich in den A**** f****n sollen». Zudem hatte er den Vorsitzenden des Vereins, Johanne Gurfinkiel, in einem Youtube-Beitrag Lügner und Rassist genannt – wegen letzterer Bezeichnung wurde er nun ebenfalls zur Rechenschaft gezogen.

Es ist das erste Mal, dass M’Bala M’Bala in der Schweiz verurteilt wurde. In Frankreich wurde er schon über ein dutzendmal gebüsst und einmal zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Auch wegen Steuerhinterziehung und betrügerischem Konkurs wurde er schon verurteilt. Im April diesen Jahres erklärte er, er wolle in der Türkei um politisches Asyl ersuchen, weil er in Frankreich «rassistisch verfolgt» werde.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Antisemitismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(trx)

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