Aktualisiert 19.08.2009 10:24

BernKomitee bekämpft autofreien Bahnhofsplatz

In der Stadt Bern hat sich ein Komitee gebildet, das die Initiative für einen autofreien Bahnhofplatz bekämpft. Es besteht aus Vertretern bürgerlicher Parteien und von Wirtschaftsverbänden. Fürs Komitee führt ein autofreier Platz zu Mehrverkehr in den Quartieren.

Es sei eine Illusion zu glauben, die Sperrung des Bahnhofplatzes werde die Leute zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr bewegen, sagte Komitee-Mitglied Karin Feuz am Mittwoch vor den Medien in Bern. Vielmehr sei der Verkehr wie Wasser, das immer einen Weg finde, um vorwärtszukommen, so die alt Stadträtin der FDP.

Die Innenstadt sei kein Ballenberg, sei auf eine funktionierende Nord-Süd-Achse angewiesen, ergänzte Peter Bernasconi, Präsident der SVP Stadt Bern.

Die Umleitung des Verkehrs wie während der Sperrung des Bahnhofplatzes 2007/2008 funktioniere heute nicht mehr. Beispielsweise stünden Strassen im Länggassquartier wegen der dortigen Verkehrsberuhigung nicht mehr zur Verfügung.

Das Komitee bezeichnete die Initiative auch als eine Mogelpackung, weil der Bahnhofplatz nie zu einer Flanierzone werde, wie das die Urheber der Initiative behaupteten. Trams, Busse, Reisecars, Taxis, Notfalldienste, Zulieferer und Handwerker würden den Platz auch bei einer Sperrung weiterhin befahren.

Anfang September erhalten alle Haushalte in der Stadt Bern ein Flugblatt des Komitees, das ganz auf die Mobilisierung der Quartierbewohner zielt. Das Titelblatt zeigt ein Foto eines mit Kreide auf eine Quartierstrasse gemalten Satzes, der lautet: «Soll der Verkehr etwa hier durch?»

Das Komitee wird auch Plakate mit diesem Sujet aufhängen und hat die Internetseite www.bahnhofplatz.be aufgeschaltet.

Urnengang am 27. September

Die Initiative für einen autofreien Bahnhofplatz wurde 2007 noch während des Umbaus des Bahnhofplatzes von der SP Stadt Bern lanciert und wird den Stadtberner Stimmberechtigten am 27. September vorgelegt.

Grüne, EVP und Umweltorganisationen unterstützen den Vorstoss, den CVP- und BDP-Vertretern im Stadtrat war die Vorlage zu wenig konkret.

Die Initiative verlangt, dass der Bahnhofplatz vom motorisierten Inidividualverkehr befreit wird und nur für den öffentlichen sowie den Fuss- und Veloverkehr da ist. Taxis und Notfallfahrzeuge dürfen ihn befahren. Auch Anlieferung ist in begründeten Fällen gestattet. Die Umfahrung hat ohne Erstellung neuer Tunnels zu erfolgen.

Der Berner Gemeinderat befürwortet die mit 7060 Unterschriften zustande gekommene Initiative. Das Berner Stadtparlament empfiehlt sie mit 42 zu 26 Stimmen zur Annahme. Sagt das Volk Ja, wird aber vorerst nur für 900 000 Franken geplant und untersucht. Danach folgt eine zweite Abstimmung zu einem konkreten Projekt.

(sda)

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