Oberwil-Lieli AG: Komitee hetzt gegen Flüchtlinge
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Oberwil-Lieli AGKomitee hetzt gegen Flüchtlinge

Die Gemeinde Oberwil-Lieli soll sechs Flüchtlinge aufnehmen, einige Bürger haben darum das Referendum ergriffen. Auf einem Flugblatt sprechen sie von einer «Invasion der Flüchtlinge».

Die Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen spaltet das Aargauer Dorf Oberwil-Lieli. Erst Ende November hatte die Gemeindeversammlung knapp dagegen gestimmt, sich von der Pflicht, Asylsuchende aufzunehmen, freizukaufen. Dagegen wollen einige Bürger das Referendum ergreifen; sie fordern eine neue, dieses Mal geheime Abstimmung.

Am Donnerstag hatten nun sämtliche Haushalte der Gemeinde ein Flugblatt mit dem Begehren der Initianten im Briefkasten. «Längerfristige Gefahren, die von der Invasion der Flüchtlinge/Migranten ausgehen», würden ignoriert, heisst es in dem Schreiben.

Benachteiligung bei der Wohnungssuche

Weiter listen die Verfasser rund ein Dutzend Punkte auf, um die man sich Sorgen mache. So fürchten sie etwa ein sinkendes Bildungsniveau aller Schüler wegen der «lernschwachen» Flüchtlings- und Migrantenkinder oder eine Benachteiligung einheimischer Bürger bei der Wohnungssuche.

Weiter würden die «schon heute stark überbelegten Gefängnisse nicht ausreichen». Man sei nicht gewillt, «unser Land Fremden zu Füssen zu legen», denn der Jugend würde damit das «Vaterland, die Heimat» genommen.

«Perplex»

Dass es in der Gemeinde zwei Lager gebe und man die Meinung der anderen halt irgendwie auch akzeptieren müsse, ginge ja noch, sagt ein Bewohner. «Der Ton des aktuellen Schreibens macht mich jetzt allerdings perplex», sagt er. Diese «Hetze» sei einfach zu viel. Die Referendums-Initianten würden masslos übertreiben.

Die Gemeinde mit rund 2100 Einwohnern sollte gemäss Verteilschlüssel des Kantons Aargau sechs Asylsuchende aufnehmen. (20 Minuten)

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